09.09.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Dorothee Bär hat gute Chancen, neue CSU-Generalsekretärin zu werden.
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Kommt mit dem neuen CSU-Chef auch ein Wechsel auf dem Posten des Generalsekretärs? Je näher der Abgang von Edmund Stoiber rückt, desto stärker wird in Bayern über CSU-Personalien spekuliert.
Drei Wochen vor dem Wechsel an der CSU-Spitze werden der 29-jährigen Bundestagsabgeordneten Dorothee Bär Chancen eingeräumt, neue Generalsekretärin der Partei zu werden. Bär bestätigte am Wochenende einen Bericht des «Münchner Merkurs», wonach Bundesagrarminister Horst Seehofer ihr das Amt im Fall seiner Wahl zum CSU-Vorsitzenden angeboten habe.
Seehofers schärfster Konkurrent im Wettstreit um den CSU-Vorsitz, Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber, hielt sich jedoch bedeckt: «Bisher wurde niemandem ein Angebot gemacht. Entscheidungen fallen beim Parteitag.» Laut «Münchner Merkur» haben aber sowohl Huber als auch Seehofer der jungen Abgeordneten das Amt angeboten. Dem derzeitigen CSU-Generalsekretär Markus Söder wird Interesse an einem Ministerposten im bayerischen Kabinett nachgesagt.
Auf dem Parteitag der CSU Ende des Monats räumt der amtierende Vorsitzende Edmund Stoiber den Posten wenig später will er auch sein Amt als bayerischer Ministerpräsident abgeben, Nachfolger wird Günther Beckstein. Dort ist Söder dem Vernehmen nach als Nachfolger von Umweltminister Werner Schnappauf im Gespräch, der als Hauptgeschäftsführer zum Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) wechselt.
Fraglich, wie lange Söder bleibtBär fühlte sich nach eigener Aussage geehrt, für die CSU «an herausragender Stelle arbeiten zu dürfen». Sie habe durchaus Interesse an der Position des CSU-Generalsekretärs, sagte die 29-Jährige der dpa. Es sei allerdings üblich, dass zunächst ein Parteivorsitzender gewählt werde und dieser dann den Generalsekretär vorschlage. Noch ist unklar, ob der neue CSU-Chef noch vor den Kommunal- und Landtagswahlen 2008 einen neuen Generalsekretär berufen wird. In der Parteispitze wird auch gemutmaßt, dass Söder noch die wichtigen Wahlkämpfe organisieren soll.
Als mögliche Nachfolger Söders werden neben Bär die Bundestagsabgeordnete Ilse Aigner und die Landtagsabgeordnete Christine Haderthauer genannt. Auch die Spekulationen um Becksteins künftige Ministerriege gehen weiter. Wie das Magazin «Focus» berichtet, will Huber Finanzminister werden Amtsinhaber Kurt Faltlhauser müsste dann weichen. Sollte Huber CSU-Chef werden, hätte er nach Meinung von CSU-Granden mit dem Amt des bayerischen Finanzministers einen größeren bundespolitischen Einfluss. Huber will erst im Jahr 2009 in die Bundespolitik wechseln.
In der Kampfkandidatur um den CSU-Vorsitz kann Huber einer Umfrage zufolge mit einem klaren Sieg rechnen. «Focus» befragte alle zehn CSU-Bezirksvorsitzenden und kommt in der nach Delegiertenstimmen gewichteten Berechnung auf 65 Prozent für Huber. Seine Gegenkandidaten, Bundesagrarminister Horst Seehofer und die Fürther Landrätin Gabriele Pauli, hätten demnach bei der Wahl auf dem CSU-Parteitag Ende September keine Chance. (dpa/ddp)