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NRW schert bei Terrorcamp-Bestrafung aus

08. Sep 2007 15:31
Minister Wolf (l.) mit seinem Parteichef Westerwelle
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Schnelle Wende: Landesminister Wolf – einer der wenigen Liberalen in Landesregierungen – zeigt sich skeptisch zur Haltung seiner Kollegen, die Teilnahme an Terrorcamps unter Strafe zu stellen.

Die von den Innenministern geplante Strafbarkeit von Aufenthalten in Terrorcamps stößt auf Widerstand. Einen Tag nach dem Beschluss kam auch aus der Reihe der Landesinnenminister plötzlich Widerspruch. Nordrhein-Westfalens Innenminister Ingo Wolf (FDP) distanzierte sich von diesem Ergebnis der Sonderkonferenz der Innenminister von Bund und Ländern, die sich für Sanktionen gegen all jene ausgesprochen hatte, die solche Lager besuchen oder für eine Terrorausbildung werben.

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Hintergrund sind die Festnahmen dreier Terrorverdächtiger vom Dienstag, die im Sauerland begonnen hatten. Bomben zu bauen, um von US-Bürgern in Deutschland besuchte Einrichtungen zu sprengen. Alle drei sollen in Pakistan Ausbildungslager für Terroristen besucht haben.

Die Initiative für die Gesetzesänderung war in der Hauptsache von Bayerns Innenminister Beckstein ausgegangen. «Ein rechtsstaatliches Strafverfahren muss sich auf handfeste Beweise stützen können», erinnerte der Liberale Landesminister Wolf. Allein die Angaben von ausländischen Geheimdiensten seien nicht ausreichend belastbar und fänden vor deutschen Gerichten keine Anerkennung, begründete Wolf seine Skepsis.

Hintergrund:
Verfassungsschützer wie der baden-württembergische Amtschef Johannes Schmalzl halten dem entgegen, die Sicherheitsbehörden seien durchaus in der Lage, aufgrund der Hinweise der Geheimdienste gerichtsfeste Beweise zu beschaffen. SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz präzisierte, dass es in der Regel «sehr schwierig» sei, Verdächtige allein aufgrund von Geheimdienst-Erkenntnissen zu überführen.

Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) warnte vor parteipolitischen Spielchen beim Thema Sicherheit. Keiner sollte «mit seiner Blauäugigkeit dem Verbrechen die Tore öffnen», mahnte er. Diese Woche habe auch «dem letzen in unserem Land vor Augen geführt, wie real die Bedrohung ist, der wir, der die freiheitliche Gesellschaft ausgesetzt sind». Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, hat nach Informationen der Tageszeitung «Die Welt» den Innenministern die Zahl von 49 Personen genannt, die im In- und Ausland im Visier der Ermittler stünden. (nz/ddp)

 
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