08.09.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Zweite Wahl: Willi van Ooyen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nachdem der erste Spitzenkandidat kurz nach seiner Wahl absprang, hat Hessens Linkspartei nun Ersatz geschaffen. Statt eines Ex-DKP-Mitglieds führt nun ein Friedensbewegter die Partei in den Wahlkampf.
Der parteilose Willi van Ooyen wird die hessische Linke in die Landtagswahl 2008 führen. Ein Landesparteitag wählte den 60-Jährigen, der aus der Friedensbewegung kommt, am Samstag in Bad Homburg mit großer Mehrheit zum Spitzenkandidaten. Er erhielt 91 von 121 gültigen Delegiertenstimmen. Sein Gegenkandidat Dennis Stephan (31) kam auf 28 Stimmen. Es gab zwei Enthaltungen. Van Ooyen ist Sprecher des zentralen Ostermarschbüros in Frankfurt.
Die Wahl war notwendig geworden, nachdem der vor knapp zwei Wochen gewählte Spitzenkandidat Pit Metz auf Druck von Teilen der hessischen Basis und der Bundesspitze seinen Verzicht erklärt hatte. Der frühere DKP-Politiker war unter anderm wegen der Gleichsetzung des DDR- Schießbefehls mit dem Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan in die Kritik geraten. Die Bundesspitze hatte die Kandidatur Metz' nicht unterstützt.
Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, hatte vor der Wahl die hessischen Parteimitglieder zur Geschlossenheit aufgerufen. Die Partei Die Linke müsse das Schubladendenken überwinden.
Mit Blick auf die hessische Landtagswahl im Januar 2008 sagte Gysi, seine Partei stehe in der Gesellschaft in Opposition. Die SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti habe bei der Kinderbetreuung oder bei Schulen andere Vorstellungen als die Linke. Bei einer Änderung bestimmter Eckpunkte schloss Gysi aber einen Eintritt seiner Partei in eine Landesregierung nicht aus.
Gysi forderte seine Parteikollegen in Hessen auf, ihre «Krächeleien jetzt zu beenden». Die Partei könne ihren Einzug in den Landtag «nur selbst verhindern». Gysi sagte: «Ich möchte, dass Ihr in den Landtag einzieht und Herr Koch sich schwarz ärgert.» (dpa)