Laut Bürgermeister Heinrich Nolte (CDU) waren die drei Mieter des Ferienhauses mehrmals in der 900-Seelen-Gemeinde gesehen worden. «Bei einem so kleinen Ort fallen unbekannte Gesichter natürlich auf. Aber das ist eine Ferienregion, deshalb hat sich wohl niemand etwas dabei gedacht.» Und wer vermute schon Bombenleger in der Idylle des Hochsauerlandes, fragt er schulterzuckend. Am Dienstagnachmittag griffen mehrere hundert Beamte unter Führung der GSG 9 dann zu. «Als ich zu meinem Haus wollte, durfte ich nicht», sagt Ute Scheiding, die in der Straße unterhalb des Tatorts wohnt. «Es hieß, da sei ein Mann mit einem Messer gesehen worden. Ich hatte total Angst um meine Kinder.» Doch laut Bürgermeister Nolte lief der Zugriff «hochprofessionell»: «Zwei Männer wurden gefasst, einer konnte zunächst flüchten, der wurde aber auch noch gefasst.»
Friedewald Dickel war gerade bei der Gartenarbeit, als er die Festnahme der Terror-Verdächtigen fast hautnah miterlebte. «Plötzlich waren überall Leute. Da wurde sofort alles rundum dichtgemacht», sagt der 49-Jährige am Tag nach dem Zugriff. Dutzende von Beamten in Schutzkleidung schwärmten aus und besetzten fast jede Ecke seines Anwesens, das etwa 100 Meter von dem Ferienhaus entfernt liegt. Der flüchtende Verdächtige sei nur wenige Meter weit gekommen. «Der lag sofort auf der Erde», sagt Dickel.