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«Selbstzerstörerischer Hass» als Motiv

05. Sep 2007 13:58
Einer der drei Verdächtigen am Mittwoch in Karlsruhe
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Zwei Deutsche, ein Türke – allesamt Muslime. Die drei Tatverdächtigen lernten sich in einem Terroristen- Ausbildungslager in Pakistan kennen. In Deutschland lebten sie von Gelegenheitsjobs oder kassierten ALG II.

Die Festnahmen der drei Terrorverdächtigen im Sauerland dürften die letzten Zweifel zerstreuen: Islamistischer Terrorismus in Deutschland ist auch ein hausgemachtes Problem. Zwei der drei an einem angemieteten Ferienhaus festgenommenen Männer waren Deutsche, übergetreten zum Islam, wie die Bundesanwaltschaft und das Bundeskriminalamt (BKA) am Mittwoch mitteilten. Ihr Komplize ist Türke. Ihre Lebensmittelpunkte hatten sie in Baden-Württemberg, Hessen und dem Saarland. Alle drei hatten keine festen Jobs, sondern nahmen gelegentlich Aushilfsarbeit an oder lebten von Arbeitslosengeld II. «Die Vorbereitungen der Anschläge nahmen einen Großteil ihrer Zeit in Anspruch», sagte Bundesanwalt Rainer Griesbaum.

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Zwischen 22 und 28 Jahre alt, lernten sich die Verdächtigen nach Erkenntnissen der Ermittler in einem Ausbildungslager für Terroristen in Pakistan kennen, waren sogar mehrfach in das Land gereist. Verschrieben hatten sie sich der Islamischen Dschihad-Union IDU , einer – laut Bundesanwaltschaft sunnitischen - Terrororganisation mit Verbindungen zu Al Qaeda. Entstanden in Usbekistan, verübte sie dort Anschläge und betrieb den Sturz des Präsidenten.

In Islamistenkreisen ist jedoch umstritten, ob diese angebliche Splittergruppe, die in Usbekistan Anschläge verübt haben soll, wirklich existiert oder nur eine «Erfindung» der usbekischen Regierung ist. Im Irak existiert ebenfalls eine Gruppe, die sich Irakische Dschihad Union nennt. Sie hatte sich vor zwei Jahren zu Angriffen gegen die US-Truppen bekannt.

Fanatische Hingabe

Nach Einschätzung der deutschen Ermittler weitete die Gruppe ihr Treiben in den letzten Jahren auf ganz Europa aus. Die drei Festgenommenen gehörten zu ihrer deutschen Zelle. «Selbstzerstörerischer Hass auf die moderne Gesellschaft» war ihr Leitmotiv, als sie sich ausbilden ließen, als sie in Hannover eine Dreiviertel Tonne Wasserstoffperoxid erwarben und sich damit in die Ferienwohnung ins Sauerland zurückzogen, um dort Sprengstoff herzustellen.

«Professionell ausgebildet», nennt sie Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU). Dass selbst Berichte deutscher Medien über die IDU die Männer nicht von ihrem Tun abbrachte, zeige deren «fanatische Hingabe» an den Dschihad, den Heiligen Krieg gegen die westliche Welt, sagte BKA-Chef Jörg Ziercke.

Von Ziercke gezogene Parallelen des Falles zu Festnahmen Terrorverdächtiger in Pakistan wollte Bundesanwalt Griesbaum nicht bestätigen. Parallelen zog Ziercke zudem zu Festnahmen in Kopenhagen, wo dänische Polizei acht Verdächtige mit angeblichen Verbindungen zum Terrornetz Al Qaeda fasste. Auch dort sollte Wasserstoffperoxid dem Bombenbau dienen. (nz)

 
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