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Union macht wegen Terrorcamps Druck auf SPD

05. Sep 2007 12:25
Wolfgang Bosbach
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Nach der Festnahme von Terrorverdächtigen aus der Islamistenszene sieht die Union Justizministerin Zypries in der Pflicht. Längst angemahnte Strafrechtsverschärfungen müssten nun umgesetzt werden.

Der stellvertretende Vorsitzende der Unions-Fraktion im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU), dringt angesichts der Festnahmen von drei Männern, die unter Verdacht stehen, islamistische Attentäter zu sein, auf die rasche Schaffung eines Straftatbestands für so genannte terroristische Vorbereitungshandlungen. «Die dramatischen Ereignisse der letzten Stunden zeigen, dass dringender Handlungsbedarf besteht», sagte Bosbach im Gespräch mit Netzeitung.de. «Das betrifft insbesondere die Bereiche Ausbildung in einem Terrorlager und das Verbreiten von Anleitungen zum Bombenbau via Internet oder in anderer Form.»

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  • Bosbach erinnerte daran, dass das Thema schon bei den Koalitionsverhandlungen mit der SPD eine Rolle gespielt habe. «Wir waren uns damals einig, das besonders gefährliche Handlungen, die bis jetzt straflos sind, zukünftig strafrechtlich geahndet werden sollten», sagte er. Doch seitdem seien fast zwei Jahre vergangen, ohne das Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) einen Gesetzentwurf vorgelegt habe. Bosbach: «Die Bundesjustizministerin muss sich jetzt erklären, ob sie das vereinbarte Ziel weiter verfolgt.» Denn der dringende Handlungsbedarf bestehe nicht erst seit den jüngsten Festnahmen.

    Generalbundesanwältin Monika Harms sprach davon, dass «massive Bombenanschläge» von islamistischen Terroristen in Deutschland vereitelt worden seien. Die drei am Dienstag festgenommenen Verdächtigen gehörten einer deutscher Zelle des internationalen Terrornetzwerks Jihad-Union an, sagte Harms am Mittwoch in Karlsruhe. Sie hätten Terroranschläge gegen US- amerikanische Einrichtungen in Deutschland vorbereitet.

    Endlich ein solches Gesetz

    Auch das Bundesinnenministerium sieht im Ministerium von Zypries Verzögerer bei der Verschärfung der Terrorgesetze. Erst im Juli hatte Innenstaatssekretär August Hanning Zypries aufgefordert, endlich ein solches Gesetz vorzulegen. Demnach soll nicht nur der Aufenthalt in Trainingslagern unter den Terrorparagrafen 129 fallen. Auch wer sich Sprengstoff und Bombenbauanleitungen besorgt, soll nach Auffassung des Innenministeriums in Zukunft belangt werden können.

    Im Gespräch mit der «Süddeutschen Zeitung» beklagte Hanning damals, dass Zypries bereits im Dezember 2005 vom Innenministerium konkrete Formulierungsvorschläge übermittelt worden seien. Doch bisher sei «nur ein erster informeller Entwurf aus dem Justizministerium» gekommen. «Wenn nicht bald etwas geschieht, wird es knapp, das Gesetz noch in dieser Legislaturperiode zu verabschieden», kritisierte Hanning damals.

     
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