Waffenlobby steht zu Einflussnahme auf Schäuble
04.09.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Schäuble räumte ein, bei der ursprünglich beabsichtigten Lockerung des Waffenrechts Fehler gemacht zu haben. «Der Eindruck, drei Jahre nach Erfurt senkt man die Altersgrenze wieder ab, der war so eindeutig, dass es richtig war, einen Fehler, der passiert ist, zu korrigieren», sagte Schäuble dem Südwestrundfunk (SWR).
Er habe angesichts der öffentlichen Diskussion eingesehen, «dass es keinen Sinn macht zu versuchen, hier mit fachlichen Argumenten etwas zu machen», sagte Schäuble. Fachlich sei es durchaus zu begründen, dass man eine einheitliche Altersgrenze einführe - auch für Sportschützen. Im übrigen sei das Entscheidende die Einzelfallprüfung, der psychologische Eignungstest.
Öffentliche Debatten seien ja auch dazu da, «dass man daraus lernt und Konsequenzen zieht», sagte der Innenminister und fügte hinzu: «Also, wer niemals einen Fehler macht, der ist ein glücklicher Mensch.»
Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Sebastian Edathy (SPD), warf Schäuble Übereifer vor. «Der Innenminister ist sehr aktiv, um nicht zu sagen: er ist sehr aktionistisch», sagte der SPD-Politiker im Nachrichtensender N24. Edathy mahnte, man dürfe nicht den Eindruck erwecken, dass die Grundwerte der Verfassung im Zuge der Verteidigung von Sicherheit in Frage gestellt werden.
Der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, forderte indessen ein Verbot des Tragens von Waffennachbildungen. Wegen solchen echt aussehenden Attrappen komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen, sagte Wendt der «Mittelbayerischen Zeitung».
Von den Spielzeugwaffen gehe deshalb nach Ansicht des Innenministeriums ein «erhebliches Drohpotenzial» aus. Eine Strafe für das Tragen von Anscheinswaffen ist nach Angaben der Zeitung allerdings nicht geplant. (nz/dpa/AP/ddp)

