Teilnehmer der Sitzung werteten diese Äußerung auch als Kritik an Vizekanzler und Bundesarbeitsminister Franz Müntefering. Beck, der in seiner Funktion als Parteichef zum ersten Mal in dieser Schärfe aufgetreten ist, wollte in seiner Rede ausdrücklich keine Namen nennen. Sollten jedoch «weitere Querschüsse» kommen, werde er es in Zukunft tun, kündigte der SPD-Chef an. Nach Angaben von Teilnehmern bekam Beck mehrfach starken Applaus. Becks Führungsstil finde breite Zustimmung in der Partei, sagte der Vorsitzende des Parteirats Claus Möller. Er lobte insbesondere die «kooperative und offene Form», mit der Beck die Diskussionen in der SPD leite. Dies sei früher gelegentlich anders gewesen. Auch für den Parteitag sei die SPD «sehr gut aufgestellt».
SPD-Generalsekretär Hubertus Heil kündigte eine deutliche Straffung und inhaltliche Zuspitzung des seit Januar vorliegenden Entwurfs für das neue Grundsatzprogramm an, das in Hamburg verabschiedet werden soll. Zusammen mit der Parteilinken Nahles und Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse werde er dafür die neue Vorlage ausarbeiten. (nz)