Einen Pflege-TÜV lehnt der MDS trotz der Mängelliste ab. Geschäftsführer Peter Pick nannte die Diskussion am Montag völlig überflüssig. «Wir brauchen keinen Pflege-TÜV», sagte er. Es müsse keine Institution neu erfunden werden. Die Prüfung und Bewertung von Pflegeeinrichtungen nehme der Medizinische Dienst seit Jahren erfolgreich wahr, sagte Pick mit Hinweis auf den jüngst veröffentlichten aktuellen Pflegebericht.Nötig sei aber mehr Transparenz, damit die Menschen sich über die Pflegeeinrichtungen informieren könnten. «Wir begrüßen deshalb, dass die Politik im Rahmen der Pflegereform die rechtlichen Voraussetzungen hierfür schaffen will», sagte Pick. Von der Veröffentlichung der Prüfergebnisse verspreche sich der Medizinische Dienst einen Qualitätswettbewerb zwischen Pflegeeinrichtungen. Schwarze Schafe könnten sich dann zukünftig nur noch schwer auf dem Pflegemarkt behaupten.
Dem MDS-Bericht zufolge nimmt jeder zehnte Pflegebedürftige in einem Heim und rund jeder Zwanzigste zu Hause durch schlechte Pflege gesundheitlich Schaden. Rund ein Drittel der Pflegebedürftigen wird nicht ausreichend versorgt, häufig nicht einmal mit Essen und Trinken. (nz/dpa/AP)