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Attacken von Rechtsextremisten in Ost und West

02. Sep 2007 15:39
Neonazi mit kahlrasiertem Kopf (Archivbild)
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Übergriffe von Rechtsextremisten reißen nicht ab. In Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen wurden Jugendliche angegriffen. In mehreren Städten demonstrierten Menschen gegen rechte Gewalt.

Bei Übergriffen von Rechtsextremisten sind am Wochenende sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland mehrere Menschen verletzt worden. In Halberstadt in Sachsen-Anhalt griffen zwei junge Männer aus dem rechten Spektrum zwei Jugendliche aus der linken Szene an und verletzten sie mit Faustschlägen und Bierflaschen. Im nordrhein-westfälischen Stolberg wurden zwei junge Besucher eines Konzerts gegen Rechts mit Stöcken ins Gesicht geschlagen. In mehreren Städten gab es Demonstrationen gegen Rechtsextremismus. Dabei kam es in Neuruppin zu einem Zwischenfall.

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In Halberstadt attackierten zwei Rechtsextremisten im Alter von 21 und 22 Jahren nach Polizeiangaben ihre Opfer mit Faustschlägen und einer Bierflasche. Der Angriff ereignete sich am Freitagabend. Die Opfer im Alter von 16 und 18 Jahren waren in einer Gruppe von insgesamt acht Personen auf dem Weg zum Halberstädter Altstadtfest. Laut Polizei beschimpften die Verdächtigen die Jugendlichen aus der linken Szene als «Assis», «rotes Pack» und «Zecken». Auch der Hitlergruß sei gezeigt worden. Einer der beiden Angegriffenen erlitt bei einem Sturz in Glasscherben Schnittwunden an der Hand, die im Krankenhaus behandelt wurden. Die Polizei nahm die beiden Verdächtigen kurz nach dem Angriff fest.

In Stolberg bei Aachen wurden in der Nacht zum Samstag mehrere vor einem Jugendheim wartende Besucher des Konzerts gegen Rechts angegriffen. Zwei 15 und 18 Jahre alte Mädchen wurden dabei von Stockschlägen im Gesicht verletzt. Etwa zwei Stunden nach dem Vorfall stellten die Beamten in einem anderen Stadtteil die Personalien von 14 Männern im Alter zwischen 15 und 28 Jahren fest, die laut grölend und «Heil Hitler» rufend durch die Straßen zogen. Ebenfalls in der Nacht zum Samstag wurden im nur wenige Kilometer entfernten Aachen an mindestens zwölf Gebäuden - darunter einer Kirche und einer Schule - Hakenkreuze und andere rechtsextremistische Schmierereien entdeckt. Außerdem nahm die Aachener Polizei acht Personen fest, die in einer Wohnung laut volksverhetzende Lieder sangen und Bilder von Adolf Hitler aufstellten.

In Dortmund demonstrierten am Samstag rund 1000 Menschen gegen Rechtsextremismus. Die Polizei konnte Zusammenstöße mit den etwa 400 Teilnehmern einer rechten Kundgebung weitgehend verhindern. Allerdings wurden 46 meist linke Demonstranten vorübergehend in Gewahrsam genommen, unter anderem weil Gegenstände auf die Rechten geworfen worden waren. Ein Polizeibeamter wurde von einem Angehörigen des linken Spektrums ins Gesicht getreten und leicht verletzt.

Im brandenburgischen Neuruppin nahmen am Samstag mehrere hundert Menschen an einer von der Stadt angemeldeten Demonstration gegen Rechtsextremismus teil. Zu einem Zwischenfall kam es, als einige Demonstranten versuchten, einen gleichzeitigen Aufmarsch Rechter mit einer Straßenblockade aufzuhalten. Die Polizei drängte die Blockierer auf den Bürgersteig ab.

Wie der Neuruppiner Baudezernent Arne Krohn schilderte, setzte dann ein Polizeibeamter plötzlich Pfefferspray ein, von dem unter anderem die Linken-Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann verletzt wurde. Mehrere Betroffene hätten Strafanzeige gestellt, die Stadt wolle in Gesprächen mit der Polizei über den nach seiner Auffassung unverhältnismäßigen Einsatz sprechen, sagte der parteilose Kommunalpolitiker. Die Polizei sagte ihrerseits eine Prüfung zu. (AP)

 
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