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Höflich im Umgang: Milbradts «Erfüllungsgehilfe»

31. Aug 2007 17:11
Horst Metz (CDU)
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Persönlich sieht er keine Schuld an dem Debakel der SachsenLB. Sachsens Finanzminister Metz galt als eine Konstante in Milbradts Kabinett.

Sachsens Finanzminister Horst Metz (CDU) war es gewohnt, sich mit guten Zahlen aus dem finanzpolitischen Musterländle des Ostens im Glanz der Scheinwerfer zu präsentieren. Doch mit der schweren Krise um die Landesbank des Freistaates geriet er aus anderen Gründen ins Rampenlicht: Seit Tagen hagelte es Rücktrittsforderungen. Am Freitag hielt der 62-Jährige dem Druck nicht mehr stand und kündigte zum 30. September seinen Rückzug an.

An der Spitze des Finanzministeriums, das einst auch Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) geführt hatte, stand Metz seit fünf Jahren. Von Beruf ist der gebürtige Mecklenburger mit dem Habitus eines Kapitäns Wasserbaufacharbeiter. Von 1965 bis 1970 studierte er in Dresden Wasserwesen. Ein Forschungsstudium mit Promotion schloss sich an. 1968 trat er in die CDU ein. Seine eigentliche politische Karriere begann - wie die der meisten aktiven Politiker Ostdeutschlands - mit der politischen Wende in der DDR. Seit Anfang 1990 gehört er dem Dresdner Landtag an.

Solide und höflich

Vor seiner Zeit als Minister war Metz Vize-Fraktionschef der CDU und finanzpolitischer Sprecher. Vertraute und Mitarbeiter bezeichnen ihn als «solide», wenn sie ihn charakterisieren sollen, und als «Kavalier alter Schule». Auch die Opposition lobte lange seine Höflichkeit im Umgang. Zugleich wurde er aber auch als Milbradts «Erfüllungsgehilfe» wahrgenommen.

Dabei setzte Metz selbst gern auf den Beistand von Helfern, wie bei seinen öffentlichen Auftritten sichtbar wurde: Gern delegierte er Fragen an die Experten seines Hauses weiter. Gute Nachrichten von steigenden Steuereinnahmen und sinkender Verschuldung verkündete er aber lieber selbst.

Als Metz dann die Nachricht vom Notverkauf der Landesbank nach Baden-Württemberg verkündete, war ihm die Nervosität körperlich anzumerken. In unnatürlicher Betonung versuchte er, das Dilemma als Erfolg zu verkaufen. Die Frage nach persönlicher Schuld wies er zurück. «Warum sollte ich das», antwortete Metz auf die Nachfrage, ob er persönliche Konsequenzen ziehe. «Ich bin krisenfest.» Doch innerhalb knapp einer Woche hat sich der Spruch überholt. (Jörg Schurig, dpa)

 
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