Rücktrittsforderungen gegen Deuse häufen sich31. Aug 2007 12:07  |  Fühlt sich unsicher: Stephan Kramer
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Spätestens seit er sich als stolzer Deutscher bekannte, ist Mügelns Bürgermeister schwer umstritten. Stadtfestbesucher hatten acht Inder verprügelt – und Deuse jede Verantwortung von sich gewiesen.
Rücktrittsforderungen gegen den Bürgermeister der mittelsächsischen Kleinstadt Mügeln häufen sich. Der 59-Jährige Gotthard Deuse (FDP) hatte nach einer ausländerfeindlichen Hetzjagd auf acht Inder in seiner Stadt sofort jede Verantwortung seins Ortes von sich gewiesen und die fremdenfeindlichen Rufe während des Vorfalls relativiert. In der rechtsgerichteten Wochenzeitung «Junge Freiheit» benutzte er eine umstrittene und überwiegend dem rechten Lager zugeordnete Formulierung, als er sagte, er sei stolz, ein Deutscher zu sein.
Nicht nur den Grünen ist das zuviel. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagfraktion, Volker Beck, sagte, die Verharmlosung der Vorfälle sei «abscheulich». Die FDP-Spitze müsse sich von Deuse distanzieren. Auch SPD-Innenexperte Sebastian Edathy hatte dies verlangt und Deuse den Rücktritt nahegelegt. FDP-Generalsekretär Dirk Niebel reagierte am Donnerstagabend nach Bekanntwerden des problematischen Interviews prompt. Für die Liberalen sei klar, dass es keinerlei Relativierung von Gewalttaten und ausländerfeindlicher Gesinnung geben dürfe, sagte er.
Auch der Generalsekretär des Zentralerats der Juden, Stephan Kramer, verlangte Deuses Demission. Kramer klagte zudem über «demokratiefreie Zonen» in Ostdeutschland. Der Rechtsstaat könne sich dort nicht mehr bewegen, sagte Kramer in einer Gesprächsrunde des Senders N24. Auf die Frage, ob er nachts in einer kleinen ostdeutschen Stadt spazieren gehen würde, antwortete er: «Ich würde es nicht tun, denn ich bin nicht lebensmüde.» (nz/dpa)
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