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SPD-Skepsis bei Becks NPD-Verbotsplan

30. Aug 2007 12:08
NPD-Anhänger in Mecklenburg-Vorpommern
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Selbst aus der eigenen Partei hört SPD-Chef Beck Warnungen, ein Abzug der V-Leute aus der NPD sei ein zu hoher Preis für ein Verbot der Partei. Gefragt sei vielmehr zunächst eine gründliche Analyse.

In der SPD gibt es Skepsis angesichts des von Parteichef Kurt Beck angestrebten neuen Verbotsverfahren gegen die NPD. Kernthema der Diskussion sind die in den Parteigremien verankerten Verbindungsleute, über die der Verfassungsschutz Informationen über die Partei und ihre Strategie erhält. «Wir dürfen die Tür für eine Observation der NPD auf keinen Fall zuschlagen», sagte SPD-Fraktionsvize Fritz Rudolf Körper der «Neuen Osnabrücker Zeitung».

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Körper ist der Preis für ein Verbotsverfahren zu hoch, wenn dafür der Verfassungsschutz seine V-Leute während mehrerer Jahre aus der Partei abziehen müsste. Das erste Verbotsverfahren gegen die NPD war 2003 jedoch genau an dieser Frage gescheitert. Die Karlsruher Richter sahen in den V-Leuten ein «Verfahrenshindernis», weil sie nicht ausschließen konnten, dass die Informanten Einfluss auf die Strategie und das Handeln der Partei genommen hatten.

Interview:
SPD-Innenexperte Körper verlangte nun, «zunächst gründlich zu analysieren, ob ein erneuter Anlauf für ein NPD-Verbot mit Aussicht auf Erfolg möglich wäre, ohne auf die V-Leute verzichten zu müssen.» Er habe da aber noch erhebliche Zweifel. Sein Fraktionskollege Dieter Wiefelspütz hatte dafür plädiert, die V-Leute nur aus den Spitzengremien abzuziehen, in den unteren Ebenen der Partei sie jedoch weiter abzuschöpfen. Der Staatsrechtler Hans Hugo Klein hatte dieser Variante eine klare Absage erteilt. «Keine Regierung kann es sich leisten, ihre Quellen abzuschalten», so der Parteienrechtsexperte auf Netzeitung.de. Den neuen Verbotsanlauf hielt er aus diesem Grund für aussichtslos.

Ganz offensichtlich

Körper hält es zudem für ungeklärt, ob der NPD eine aggressiv-kämpferische Haltung nachgewiesen werden kann, was Voraussetzung für ein Verbot wäre. «Die Innenminister müssen jetzt ihr Beweismaterial zusammentragen und auf den Tisch legen», forderte er. «Erst dann sehen wir klarer.»

Die Innenminister der Länder wollen ein Verbot auf ihrer gemeinsamen Herbsttagung die NPD zum Thema machen. Der Chef der Innenministerkonferenz, Ehrhart Körting (SPD), räumt einem Verbot – unter Abzug sämtlicher V-Leute – gute Chancen ein. «Das verfassungsfeindliche Agieren der NPD ist so offensichtlich, dass es keiner nachrichtendienstlichen Überwachung bedarf», so der Berliner Innensenator.

Anlass für SPD-Chef Kurt Beck, für Oktober einen Parteitagsbeschluss zum Thema NPD anzukündigen, war eine ausländerfeindliche Hetzjagd auf acht Inder im sächsischen Mügeln. Hinzu kamen Übergriffe auf zwei Afrikaner bei einem Volksfest in Rheinland-Pfalz. (nz)

 
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