Nach Ausschreitungen am Rande eines Volksfests in Bützow (Mecklenburg-Vorpommern) am Wochenende berichtete der pakistanische Betreiber des angegriffenen Imbissladens der Nachrichtenagentur dpa, er habe Todesangst gehabt. Aus der Menge seien anti-türkische Beleidigungen gekommen und auch der Satz: «Wir kommen hoch und machen dich fertig.» In der Nacht zum Samstag waren rund 40 Menschen randalierend durch Bützow gezogen, darunter laut Polizei auch Anhänger der rechten Szene. Dennoch lägen keine Hinweise auf einen ausländerfeindlichen Hintergrund der Tat vor, hieß es bei der Behörde.In der Innenstadt von Chemnitz beleidigte und verletzte ein Unbekannter am Sonntag eine 40- jährige Asylbewerberin aus Afghanistan. Ein Mann habe die Frau, die mit ihren zwei Kindern und einer Begleiterin unterwegs war, eine Treppe hinunter gestoßen, so die Polizei. Das Opfer zog sich Schürfwunden zu. Zum Täter und seinen Begleitern lagen zunächst nur ungenaue Beschreibungen vor. Auch das Motiv ist hier unklar.
In Magdeburg sucht die Polizei einen vermutlich rechtsextremen Mann, der in der Nacht zum Samstag einen Iraker angegriffen hatte. Der Täter misshandelte sein Opfer an einer Straßenbahnhaltestelle und beleidigte es mit ausländerfeindlichen Parolen. Dann hetzte er seinen Hund auf das 36-jährige Opfer und schlug mit einem Baseballschläger mehrfach auf ihn ein.
In Berlin haben zwei angetrunkene Männer im Alter von 22 und 25 einen Mann und eine Frau angegriffen, die sie offenbar für Linke hielten. Die beiden wurden als «Ökoschlampen» beschimpft und mit Fäusten geschlagen. Dabei hätten sie ihren Opfern erzählt, während der Hitler-Zeit hätte man ganz andere Sachen mit ihnen gemacht.
Die Schläger konnten flüchten, wurden aber von Polizisten festgenommen, die die Gegend abgesucht hatten. Gegen die Täter ermittelt der Staatsschutz wegen gefährlicher Körperverletzung und Volksverhetzung. Die beiden Opfer erlitten Gesichtsverletzungen.