netzeitung.deJung erzürnt mit Bombodrom-Plan eigene Partei

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Blick auf gesperrten Zufahrtsweg zum geplanten Bombodrom (Archivfoto) (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Blick auf gesperrten Zufahrtsweg zum geplanten Bombodrom (Archivfoto)
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Trotz einer Niederlage vor Gericht hält Bundesverteidigungsminister Jung an den Plänen für das Bombodrom in Nordbrandenburg fest. Die Kritik kommt prompt - auch aus seiner eigenen Partei.

Das Bundesverteidigungsministerium will nach seiner Niederlage im Rechtsstreit um den Bomben-Abwurfplatz Bombodrom Berufung einlegen. Ein Ministeriumssprecher bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht der «Frankfurter Rundschau». Die Luftwaffe könne ihren Trainingsbedarf auf Dauer nicht ohne den Übungsplatz bei Wittstock im nördlichen Brandenburg decken, sagte Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) der Zeitung.

In dem nunmehr 15 Jahre dauernden Rechtsstreit hatte das Potsdamer Verwaltungsgericht am 31. Juli 2007 drei Musterklagen gegen den weiteren Betrieb des militärischen Übungsgeländes im Kreis Ostprignitz-Ruppin stattgegeben. Die Bundeswehr kann das rund 14 000 Hektar große Gelände in der Kyritz-Ruppiner-Heide deshalb vorerst nicht zum größten deutschen Luft-Boden-Schießplatz ausbauen, um dort auch künftig Übungsbomben abzuwerfen und Tiefflüge zu üben.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) bedauerte das Festhalten der Bundesregierung am Bombodrom: «Eine Wiederinbetriebnahme des Luft-Boden-Schießplatzes würde den Tourismus und das Leben der Menschen in der Region erheblich beeinträchtigen.» Gemeinsam mit seinem Brandenburger Amtskollegen Matthias Platzeck (SPD) habe er Jung dringend gebeten, die Auseinandersetzung durch einen Verzicht auf das Bombodrom zu beenden. Platzeck zeigte sich ebenfalls enttäuscht: «Ich hätte mir einen anderen Weg gewünscht.»

Kritik an dem geplanten Berufungsverfahren kam auch aus der brandenburgischen CDU sowie vom märkischen Unions-Generalsekretär Rolf Hilke. «Die Berufung schafft nur weitere Jahre der Ungewissheit», sagte Hilke in Potsdam. Er appelliere deshalb an das Ministerium, die Entscheidung noch einmal zu prüfen. Auch die Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann (Die Linke) bedauerte den Entschluss. Sie forderte, die Bundeswehr müsse sofort auf die Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide verzichten. (dpa)