24. Aug 2007 17:49, ergänzt 18:32
Erst bedroht, dann geschlagen: In Westdeutschland ist es am vergangenen Wochenende zu einem schweren fremdenfeindlichen Übergriff gekommen.
Eines der Opfer, ein 26-jähriger Mann aus dem Sudan, wurde nach Behördenangaben schwer verletzt. Der andere, ein 39 Jahre alter Ägypter, kam mit Schnittwunden an der Hand davon. Zwei Verdächtige befinden sich in Polizeigewahrsam. Den Angaben zufolge lauerte eine Gruppe von Deutschen den beiden dunkelhäutigen Männern am frühen Sonntagmorgen abseits des Festgeländes auf, als diese auf dem Nachhauseweg waren. Dann seien die Angreifer auf die beiden Afrikaner losgegangen und hätten gedroht, «wir machen die Neger platt!», berichtete der Südwestrundfunk unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Mainz.
Der Sudanese sei mit einer Weinflasche auf den Kopf geschlagen worden und zu Boden gegangen. Dort hätten die Angreifer auf ihn eingetreten. Sein Begleiter habe Schnitte an einer Hand erlitten. Als Passanten die Polizei riefen, seien die Angreifer davongelaufen. «Nach derzeitiger Sachlage ist von einer rechtsmotivierten Straftat auszugehen», sagte Ministeriumssprecher Eric Schaefer der Nachrichtenagentur AP.
Im Laufe der Woche konnten drei Tatverdächtige im Alter von 22 bis 29 Jahren gefasst werden. Einer kam auf freien Fuß. Die anderen beiden sollen am Samstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Ministerpräsident Kurt Beck und Innenminister Karl Peter Bruch (beide SPD) verurteilten die Tat als «menschenverachtend» und «feige». «Wir dulden solche Umtriebe in Rheinland-Pfalz nicht.»
In der sächsischen Kleinstadt Mügeln war am vergangenen Wochenende ein Mob aus 50 Leuten auf acht Inder losgegangen. Die Hetzjagd hatte zu einer neuen Debatte über die rechtsradikale Gewalt in Ostdeutschland geführt. (dpa/AP)