Am Dienstag hatte die Polizei Videoaufnahmen der Tatverdächtigen im Internet veröffentlicht, um der Mörder habhaft zu werden. Die Bilder einer Überwachungskamera zeigen schemenhaft zwei Personen, die über das Gelände der Tankstelle in der Nähe des Tatortes laufen. Wenngleich die Bilder von geringer Qualität sind, hofft die Duisburger Mordkommission dennoch auf Zeugenhinweise zu den beiden Personen. Bereits klar wurde, dass die sechs aus Italien stammenden Opfer von mindestens zwei Tätern erschossen wurden. Die Opfer hätten keinen Widerstand geleistet, so die Ermittler.Unterdessen hat die Bluttat von Duisburg die europäische Ebene erreicht. Die Versäumnisse im Kampf gegen organisierte Kriminalität lägen bei den einzelnen EU-Ländern, sagte der italienische EU-Justizkommissar Franco Frattini der Zeitschrift «Vanity Fair». Die EU habe gehandelt. «Leider haben neun Mitgliedsstaaten die EU-Gesetzesvorlagen immer noch nicht in nationales Recht überführt, darunter Belgien, Deutschland, Italien und Frankreich.»
Nicht nur Deutschland habe mit organisiertem Verbrechen zu kämpfen. «Die Mafia investiert auch in Frankreich und den baltischen Staaten», meint Frattini. «Außerdem sind wir sehr besorgt über die Expansion der russischen Mafia in die baltischen Staaten. Wir müssen deshalb endlich vorankommen mit europaweiten Gesetzen. Europa braucht mehr Macht.» (nz/dpa/AP)