Deutsche Helfer wollen in Afghanistan bleiben
20.08.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Weil sich die Helfer nicht mehr im Freien bewegen könnten, sei die Arbeit stark eingeschränkt. Falls sich die Situation weiter zuspitze, sei auch ein Abzug denkbar. «Die Frage, ob wir bleiben oder Afghanistan verlassen müssen, wird derzeit jeden Tag neu gestellt.»
Die Durchführungs-Organisationen der staatlichen deutschen Entwicklungszusammenarbeit wollen ihre Personalstärke in Afghanistan aufrechterhalten. Bei der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) gebe es keine Pläne, einen Teil der insgesamt 45 entsandten Experten aus dem Land zu holen, teilte ein Sprecher mit.
Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) will die Zahl seiner derzeit 30 Entwicklungshelfer ebenfalls nicht reduzieren. Indes werde die Sicherheitslage mit Hilfe spezieller Berater ständig neu bewertet. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) betreibt ihr Kabuler Büro weiter, «wenngleich mit verschärften Sicherheitsvorkehrungen».
Die beiden großen Parteienstiftungen wollen an ihrer Wiederaufbauhilfe in Afghanistan festhalten. Bei der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung gibt es keine Erwägungen, das Büro in Kabul mit einer deutschen Mitarbeiterin und elf afghanischen Angestellten zu schließen.
Die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung will ihre Dependance mit einem entsandten Mitarbeiter und mehreren Ortskräften gleichfalls weiterführen. «Wir beobachten die Situation aber ganz genau», sagte ein Sprecher auf Anfrage.
Den 13 entsandten Mitarbeitern der Deutschen Welthungerhilfe war es nach den jüngsten Vorfällen freigestellt worden, aus Afghanistan zurückzukehren. Vier von ihnen hätten dieses Angebot angenommen, hieß es. Darüber hinaus achte die Organisation nun stärker auf die Sicherheit ihres Personals und beschränke die Zahl der Fahrten in die ländlichen Projektgebiete «auf das absolut Notwendige».

