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Sicher im Süden, reich in Hamburg

19. Aug 2007 13:42
Hamburg liegt im Standort-Wettbewerb der Länder vorne.
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In Bayern und Baden-Württemberg lebt es sich am sichersten, wie ein neuer Länder-Vergleich ergab. In Hamburg wird am besten verdient. Berlin ist hingegen bei allen Kriterien «im roten Bereich».

Bayern und Baden-Württemberg bieten ihrer Bevölkerung das höchste Maß an Sicherheit. Nirgendwo sonst sind die Bürger so wenig von Kriminalität und Armut bedroht, wie die Bertelsmann-Stiftung am Sonntag unter Berufung auf ihren jüngsten Bundesländer-Vergleich mitteilte. In Bayern war die Aufklärungsquote der Polizei im Durchschnitt der Jahre 2004 bis 2006 die höchste im Vergleich aller Länder, die Zahl der Sozialhilfeempfänger pro 1000 Einwohner mit 38,7 die niedrigste.

In den Bereichen Beschäftigung und Einkommen konnte indes Hamburg seine Spitzenposition behaupten. Hier habe die Hansestadt die beiden Ländern im Süden deutlich distanziert, erläuterte die Stiftung in Gütersloh. Hamburg sei zwar bei der Verbrechens- und der Armutsbekämpfung erfolgreicher als die Stadtstaaten Bremen und Berlin, belegte aber dennoch wegen der angespannteren Sicherheitslage in Städten einen der hinteren Plätze.

Osten kann bei Sicherheit punkten

Unverändert sei Sicherheit das Kriterium, bei dem die ostdeutschen Bundesländer am ehesten punkten könnten: Thüringen kam im Bundesländervergleich auf den vierten Platz hinter Rheinland-Pfalz. Bei der Kriminalitätsbekämpfung seien die Länder im Süden und Südosten insgesamt erfolgreicher als der Norden.

In der Untersuchung unter der Leitung des Würzburger Wirtschaftswissenschaftlers Prof. Norbert Berthold wurden die Arbeitslosen- und Erwerbstätigenquote, das Einkommen sowie die soziale und innere Sicherheit zu einem Erfolgsindex zusammengefasst. Vor allem Berlin verliere an Boden, urteilte die Stiftung. Als einziges Bundesland sei die Hauptstadt bei allen Kriterien «im roten Bereich».

Berliner Wirtschaft wächst kaum

Beim Einkommen kam Berlin mit Abstand auf das mit 23.300 Euro niedrigste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf im Schnitt der Jahre 2004 bis 2006, das Wachstum war mit 0,3 Prozent das niedrigste aller Bundesländer. «Das gesamtdeutsche Wachstum war selben Zeitraum mehr als fünfmal so hoch», heißt es in der Studie. Zum Vergleich: In Hamburg betrug das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in dem Zeitraum 47.800 Euro, das Wachstum lag bei 1,8 Prozent.

«Berlin verliert immer weiter an Boden, unabhängig von der Wahl des Referenzmaßstabes», schrieben die Experten. Selbst andere ostdeutsche Bundesländer entwickeln sich erfolgreicher. Negativ fällt auch die Bilanz beim Thema Arbeitslosigkeit aus - Berlin landet auf dem drittletzten Platz. Jeder fünfte Berliner war im Untersuchungszeitraum auf Transferleistungen oder Arbeitslosengeld I angewiesen. Anlass zur Freude sei dagegen die im Ländervergleich höchste Selbstständigenquote. Eindringlich fordern die Experten die Berliner Landespolitiker zum Schuldenabbau auf.

Saarland sticht hervor

Besonders erfolgreich in der Vergleichsstudie war der Stiftung zufolge das Saarland, das mit 2,5 Prozent sogar das stärkste Wirtschaftswachstum hinlegte. «Trotz einer drückenden Schuldenlast zeigt das einstige Sorgenkind, wie mit kluger Innovationspolitik und dem günstigen Rückenwind der Weltkonjunktur der Strukturwandel angegangen werden kann», sagte Stiftungsvorstand Johannes Meier.

Die Wissenschaftler untersuchten auch die politischen Bemühungen der Länder, sich im Standortwettbewerb zu verbessern. Bei diesem «Aktivitätsindex» fiel vor allem der Kampf Baden-Württembergs gegen die Arbeitslosigkeit auf. Das Land lag dabei deutlich vorne. (dpa/AP)

 
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