18.08.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Wie hier in Jena wehrten sich auch in München viele Menschen gegen den Aufmarsch der NPD
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
80 Rechtsradikale und 700 Gegendemonstranten: In München marschierte die NPD schon am Vorabend des Todestages von Rudolf Heß auf.
Bei einer Neonazi-Demonstration in München sind am Freitagabend 19 Menschen festgenommen worden, vier aus der rechten Szene und 15 Gegendemonstranten. Alle 19 befanden sich am Samstag wieder auf freiem Fuß, wie ein Polizeisprecher mitteilte. An der Kundgebung unter dem Motto «Meinungsfreiheit 365 Tage im Jahr», die unter Auflagen genehmigt worden war, nahmen rund 80 Rechtsradikale teil.
Gegen die Veranstaltung demonstrierten etwa 700 Demonstranten, darunter bis zu 200 aus dem linken Spektrum. Ein Polizist wurde leicht verletzt, als ihn eine aus der Gegendemonstration geworfene Flasche am Kopf traf. Unter den vier festgenommenen Rechten sei einer der Redner gewesen, der den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß gewürdigt habe, erklärte der Polizeisprecher. Damit habe er gegen die Auflagen verstoßen.
Rudolf Heß hatte sich am 17. August 1987 im Kriegsverbrechergefängnis Berlin-Spandau erhängt und war im fränkischen Wunsiedel beerdigt worden. Dort sollte am Samstag ein Tag der Demokratie stattfinden, zu dem auch Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) erwartet wurde. Eine Kundgebung der NPD in Wunsiedel war verboten worden. Sie findet nun in Gräfenberg statt. (AP/nz)