15. Aug 2007 09:50
Keine andere Partei hat seit der Bundestagswahl eine solche Schwächung erfahren wie die SPD: Das Institut für Demoskopie Allensbach sieht die Partei weiter im Sinkflug.
So liegt die SPD bei der Frage, welche der Volksparteien die dominierende Kraft in Deutschland sei, in der Umfrage bei 13 Prozent, die Union hingegen bei 41 Prozent. Und bei den Antworten auf die Frage, welche Partei am ehesten Anwalt des kleinen Mannes sei, liegen SPD und Linke fast gleichauf. Keiner der zuletzt genannten möglichen SPD-Spitzenkandidaten kann zudem den Abstand zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wirklich verringern. Vier von zehn Wahlberechtigten sind aber weiter unentschieden.
Laut Allensbach erreichen in der Sonntagsfrage die CDU/CSU jetzt 36,8 Prozent (Vormonat 37,0), FDP 10,5 (nach 9,4), SPD 27,1 (nach 28,3), Grüne 10,3 (nach 9,7) und die Linke 11,1 (nach 12,5).
Den Negativ-Trend der SPD bestätigt auch die wöchentliche Politumfrage im Auftrag des «Stern» sowie des Fernsehsenders RTL. Demnach gewann die Union im Vergleich zur Vorwoche zwei Prozentpunkte hinzu und liegt jetzt bei 38 Prozent. Sie erreicht damit fast wieder ihr Jahreshoch von 39 Prozent. Die SPD verlor einen Punkt und fiel erneut auf ihr Jahrestief von 24 Prozent. Der Abstand zwischen den beiden großen Parteien hat sich damit auf 14 Punkte vergrößert.
Von den Wählern der SPD wird der Umfrage zufolge die Große Koalition nur als Bündnis auf Zeit angesehen. Sollte sich die SPD nach der nächsten Bundestagswahl einen Koalitionspartner aussuchen können, würden sich nur 27 Prozent der SPD-Anhänger eine Fortführung der Großen Koalition wünschen. Fast jeder Zweite (48 Prozent) will eine Neuauflage der rot-grünen-Koalition. Ein sozialliberales Bündnis möchten 15 Prozent der SPD-Wähler. Ein Zusammengehen mit der Linkspartei kommt nur für neun Prozent der SPD-Anhänger in Frage. (nz)