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Milchpreis ist Bauern noch nicht hoch genug

14. Aug 2007 15:28
Milchbauern aus ganz Deutschland fordern höhere Preise.
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Tausende Bauern aus dem gesamten Bundesgebiet haben in München für höhere Milchpreise demonstriert. Von den massiven Preiserhöhungen der vergangenen Wochen sei bei den Landwirten kaum etwas angekommen.

Mehr als 10.000 Bauern aus ganz Deutschland haben am Dienstag in München für höhere Milchpreise und den Erhalt der Milchquote demonstriert. Der Bundesverband Deutscher Milchviehalter (BDM) forderte einen Preis von mindestens 40 Cent je Liter Milch für die Landwirte. Nur so könnten diese kostendeckend wirtschaften, hieß es. Mit Transparenten und Kuhglocken waren die Bauern zu der Kundgebung erschienen.

Die rasanten Preissteigerungen für Butter und Milchprodukte im Einzelhandel um bis zu 50 Prozent seien bei den Erzeugern nur zu einem geringen Teil angekommen, erläuterte der Verband. Durch Kostensteigerungen in der Produktion bleibe unter dem Strich kaum etwas übrig. Zudem könnten die derzeit hohen Preise nur von kurzer Dauer sein.

Mehr Macht gegenüber Molkereien

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Die Bauern sollten sich zu Großliefergemeinschaften, so genannten «Milk Boards», zusammenschließen, um bei den Preisverhandlungen mit Molkereien und dem Handel mitbestimmen zu können. Dafür sei aber eine Genehmigung des bayerischen Landwirtschaftsministeriums notwendig, erklärte der BDM. Der Verband fordert – im Gegensatz zum Deutschen Bauernverband – auch die Fortführung der Milchquote und möchte, dass die Bauern die Mengensteuerung selbst verwalten.

Zwar bekommen die Bauern für den Liter Milch seit einigen Wochen von den Molkereien mehr Geld. Dies werde jedoch durch die massiv gestiegenen Produktionskosten für Strom, Kraftstoff und Getreide wieder aufgebraucht, sagte der stellvertretende Verbandschef Walter Peters. Während sich die Molkereien und der Handel «die Taschen vollstopfen», müssten die Milchbauern «zuschauen und abwarten». Der BDM vertritt nach eigenen Angaben knapp 29.000 Milchviehhalter in Deutschland.

FDP widerspricht Milchbauern

Der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann, sagte, die Forderung nach höheren Milchpreisen sei berechtigt. Dies werde aber nicht mit der Milchquote erreicht: «Die Milchquote ist die Ursache für die Misere der Bauern», sagte Goldmann. Die Regulierung müsse 2015 wegfallen. Nur mit offenen Märkten könne die deutsche Landwirtschaft die Chancen am Weltmarkt nutzen.

Der FDP-Politiker warf der Bundesregierung und Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) ein fehlendes schlüssiges Konzept zum Ausstieg aus der Quote vor. «Horst Seehofers Ambitionen auf den CSU-Vorsitz und die CSU stehen dem überfälligen Ausstieg aus der Milchquote entgegen», erklärte Goldmann. «Denn der Bundesagrarminister fürchtet den Zorn der bayerischen Bauern.» Die Regierung müsse aber konsequent marktwirtschaftliche Wege in der Agrar- und Verbraucherpolitik gehen. Die Milchquote habe weder Höfesterben verhindern können noch auskömmliche Milchpreise gesichert.

Nach Angaben des Deutschen Bauernverbands (DBV) haben die Molkereien ihre Milchpreise um vier bis acht Cent pro Liter erhöht. Damit lägen die Milchpreise in der zweiten Jahreshälfte zwischen 33 und 36 Cent, teilweise bei mehr als 40 Cent. Vor einigen Monaten hatte der Milchpreis noch bei durchschnittlich 27 Cent gelegen. (AP/dpa)

 
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