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Hamburg macht sich für Scientology-Verbot stark

07. Aug 2007 16:59
Die Scientology-Niederlassung in Berlin
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Scientology sei keine Religionsgemeinschaft, sondern eine «extremistische Vereinigung», sagt Hamburgs Innensenator Nagel. Er will die Vereinigung verbieten lassen.

Der Hamburger Innensenator Udo Nagel (parteilos) hat ein Verbot der Organisation Scientology gefordert. Das Bundesinnenministerium prüfe derzeit, ob ein entsprechender Antrag vor Gericht Erfolg haben würde, sagte Nagel am Dienstag bei der Vorstellung des «Schwarzbuchs Scientology» in Hamburg. Scientology sei keine Religionsgemeinschaft, sondern eine «extremistische Vereinigung», die sich gegen die freiheitliche Gesellschaft richte.

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Die Organisation verlange die vollständige Unterordnung des Individuums unter ihre «Psycho-Ideologie», so Nagel. Die Innenminister-Konferenz werde das Thema auf ihrer Herbsttagung beraten, kündigte er an.

Autorin des Schwarzbuchs ist Ursula Caberta, Leiterin der Arbeitsgruppe Scientology bei der Hamburger Innenbehörde. Es ist die bundesweit einzige Institution dieser Art. Das Vorwort schrieb Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU). Die letzten kritischen Bücher zu Scientology, so Caberta, seien mittlerweile zehn Jahre alt. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass Scientology in dieser Zeit die Aktivitäten eingeschränkt habe.

Das Buch gibt eine kritische Einführung in die Scientology-Ideologie. Dargelegt wird die Einflussnahme auf Wirtschaftsunternehmen durch das World Institute of Scientology Enterprise (WISE). Besonderes Augenmerk gilt auch den Bildungsangeboten von Scientology für Kinder und Jugendliche. Dazu gehören Nachhilfe-Institute, sowie Schulen und Internate in Dänemark.

Der Ausstieg aus Scientology sei ein «steiniger Weg», sagte Caberta weiter. Ob er gelinge, hänge von der Dauer der Mitgliedschaft, der Position in der Organisation und von Kontakten zu Nicht-Scientologen ab. In der Regel hätten die Aussteiger hohe Schulden. Das Schwierigste sei jedoch, sich innerlich von den psychischen Einwirkungen der Ideologie zu lösen.

Bundesweit bekannt wurde Ende Juli der Ausstieg zweier Kinder einer hochrangigen Berliner Scientology-Funktionärin, die von der Hamburger Arbeitsgruppe betreut werden. Nach den Worten Nagels ist es Aufgabe des Staates, die Bürger vor extremistischen Organisationen zu schützen. Scientology dürfe nicht verharmlost werden. Hier gebe es zwischen den Parteien auch keine Differenzen.

Für einige Bundesländer sei das Problem aber nicht so drängend, weil Scientology hier nicht so aktiv sei. Scientology hat Schätzungen zufolge bundesweit etwa 5000 bis 6000 Mitglieder, davon rund 750 in Hamburg. Die Organisation wird in Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hamburg vom Verfassungsschutz beobachtet. (epd)

Buchhinweis: Ursula Caberta, Schwarzbuch Scientology, Güterloher Verlagshaus, 207 Seiten, 17,95 Euro, ISBN 978-3-579-06974-6. (09158/7.8.2007)

 
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