netzeitung.deBushido soll kein Anti-Gewalt-Botschafter sein

 Herausgeber: netzeitung.de

Bushido (Foto: PR<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bushido
Foto: PR
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Eine Anti-Gewalt-Kampagne der «Bravo» steht in der Kritik. Grund ist, dass die Jugendzeitschrift den Berliner Rapper Bushido als Botschafter der Initiative auftreten lässt.

Die Grünen und der Berliner Schwulenverband wollen verhindern, dass Bushido als Botschafter der Initiative «Schau nicht weg! - Gegen Gewalt an der Schule!» auftritt. Gemeinsam mit anderen Stars will der Rapper am 25. August in Berlin bei einem Konzert der von «Bravo» initiierten Kampagne auftreten.

Der lesben- und schwulenpolitische Sprecher der Berliner Grünen, Thomas Birk, hält den Rapper dafür allerdings für ungeeignet, weil dieser in seinen Songs seit Jahren offen zu Gewalt aufrufe. Außerdem seien seine Texte «homophob und frauenfeindlich», kritisierte Birk. Bushido engagiere sich zwar auch gegen Gewalt in der Schule, propagiere jedoch in seinen Texten Gewalt gegen Schwule. Birk wies ausdrücklich auf homosexuelle Schüler hin, die sehr gefährdet seien, Opfer homophober Gewalt zu werden.

Der Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD), Alexander Zinn, forderte Bushido auf, sich «klar und deutlich von seinen Hass-Texten» zu distanzieren. «Ein Auftritt dieses Rappers bei einem Konzert gegen Jugendgewalt käme ansonsten einer Verhöhnung aller Gewalt-Opfer gleich», so Zinn. Wenn der Sänger sich nicht glaubwürdig distanziere, sei er als Botschafter gegen Jugendgewalt «völlig inakzeptabel».

Tacheles reden
Von der Zeitschrift «Bravo» forderte der Lesben- und Schwulenverband, mit Bushido «Tacheles zu reden». Notfalls müsse der Rapper von dem Konzert ausgeschlossen werden.

Neben Bushido sollen bei dem am 25. August geplanten Open-Air-Konzert vor dem Brandenburger Tor Mia, US5, LaFee, Nevada Tan, Monrose und Sarah Connor auftreten.

Die Kampagne gegen Gewalt an Schulen rief «Bravo» bereits im Frühjahr 2006 ins Leben. Eine Emnid-Umfrage bei 1000 Schülern zwischen 12 und 17 Jahren hatte damals ergeben, dass jeder dritte Schüler Angst vor Gewalt in der Schule hat. Jeder Fünfte wurde schon Opfer von Gewalt im Schulalltag. (nz)