01.08.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Der vom T-Mobile-Team entlassene Patrik Sinkewitz hat sein Dopingvergehen gestanden
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Das Bundesinnenministerium hatte mehrere Bundessportfachverbände auf ihren Umgang mit Doping hin überprüfen lassen. Das Ergebnis ist ernüchternd.
Gedopte Sportler haben mittelbar von Fördergeldern des Bundes profitiert. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der vom Bundesinnenministerium Ende Mai eingesetzten Projektgruppe Doping hervor. Demnach flossen zwar nicht unmittelbar Bundesmittel an dopende Sportler oder in Dopingpraktiken verwickelte Ärzte, Betreuer oder Trainer. Solche Personen hätten aber mittelbar Nutzen daraus gezogen, weil sie in Einrichtungen trainieren konnten, die mit Bundesmitteln gefördert werden.
Wenn im Einzelfall ein Sportler des Dopings überführt werde, könne vom jeweiligen Verband oder dem Olympiastützpunkt nur Geld zurückgefordert werden, wenn diese selbst die Auflagen aus den Zuwendungsbescheiden nicht eingehalten hätten, insbesondere die Regeln der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) verletzt hätten, heißt es in dem Bericht.
Insoweit halte die Projektgruppe in einzelnen Fällen eine weitere Prüfung für erforderlich. Darüber hinaus wird die Überprüfung weiterer Verbände und Stützpunkte empfohlen. Die von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) am 30. Mai eingesetzte Projektgruppe «Sonderprüfung Doping» (PGD) hatte sechs Bundessportfachverbände - Radsport, Leichtathletik, Schwimmen, Kanu, Eisschnelllauf, Behindertensport - sowie fünf Olympia-Stützpunkte kontrolliert.
Das Bundesinnenministerium (BMI) kritisierte vor diesem Hintergrund die Doping- Kontrollpraxis in Deutschland scharf. Es bestünden «zum Teil noch erhebliche Mängel», hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung des BMI. Daher werde auch die Rückzahlung von Fördergeldern nicht ausgeschlossen. (AP/dpa)