28. Jul 2007 09:47
Wie Kanzlerin Merkel schließt auch SPD-Chef Beck die Entsendung weiterer Bundeswehr-Soldaten nach Afghanistan nicht aus. Für ihn geht es dabei noch um Feinheiten, die geklärt werden müssten.
Mit Blick auf die Entsendung von bisher bis zu 60 deutschen Polizisten hatte Merkel bereits angekündigt, mit Experten darüber zu beraten, ob eine Verstärkung nötig ist. Beck unterstützte Merkels Forderung nach einer Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes, ohne sich allerdings auf die einzelnen Mandate festzulegen. «Im Grundsatz gibt es keine unterschiedlichen Bewertungen. Die Tendenz der SPD, das deutsche Engagement in Afghanistan fortzuführen, ist ganz eindeutig und klar», sagte er. «Aber über die Ausgestaltung des Mandats müssen wir diskutieren. Und ich finde, bei so einer ernsten Entscheidung ist es gut, wenn man sie vorher gründlich diskutiert.»
Der Parteivorsitzende äußerte die Hoffnung, dass die Mission nicht länger als zehn Jahre dauert: «Ziel ist es, dass die Menschen in Afghanistan selbst für Freiheit und Sicherheit sorgen können. Ich hoffe nicht, dass es länger als zehn Jahre dauert. Aber wir müssen den Einsatz jedes Jahr neu bewerten.» Die Bundeswehr ist mit mehr als 3300 Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Deutschland ist damit der drittgrößte Truppensteller im Rahmen der Isaf-Mission zur militärischen Absicherung des Wiederaufbaus.
Die Bundeswehr trägt die Verantwortung für den gesamten Norden des Landes. Nach dem Willen von Isaf-Kommandeur Dan McNeill sollten deutsche Soldaten allerdings in ganz Afghanistan eingesetzt werden. «Sie könnten überall nützlich sein - im Norden, Süden, Westen, Osten», sagte der US-General der Tageszeitung «Die Welt». Nicht nur im Norden des Landes würden zusätzliche Soldaten die Sicherheitslage verbessern. (dpa/AP)