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Vatikan für Grüne mitschuld an HIV-Ausbreitung

28. Jul 2007 09:08
Papst Benedikt XVI.
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Der Grünen-Politiker Beck hat den Blick der evangelischen Kirche auf die HIV-Problematik gelobt. Dem Vatikan riet er, sich an diesen Überlegungen ein Beispiel zu nehmen.

Der Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im Bundestag, Volker Beck, hat angesichts einer HIV-Studie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) den Vatikan zum Umdenken beim Kampf gegen Aids aufgefordert. «Möge der Heilige Geist auch über die Besserwisser in Rom kommen, die mit ihrer menschenfeindlichen Enthaltsamkeitspredigt die Verbreitung von HIV in den christlichen Gebieten Afrikas indirekt mit zu verantworten haben», sagte Beck auf Netzeitung.de.

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Zugleich riet der Menschenrechtspolitiker den Katholischen Würdenträgern, sich an der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ein Beispiel zu nehmen. Er nahm dabei Bezug zu der am Donnerstag veröffentlichten EKD-Studie «Für ein Leben in Würde». Die EKD ruft darin zur Solidarität mit Aids-Kranken in aller Welt auf. Christen trügen Verantwortung dafür, dass weder HIV-Infizierte noch ihre Angehörigen aus der menschlichen Gemeinschaft ausgegrenzt werden, heißt es in der Schrift, die Netzeitung.de vorliegt. Alle kirchlichen Hilfs- und Missionswerke sollten daher Programme zur Aids-Vorsorge und -Bekämpfung entwickeln.

Der Studie zufolge sind seit dem ersten registrierten Auftreten der tödlichen Krankheit im Jahr 1981 mehr als 60 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert worden, von denen mehr als 25 Millionen gestorben sind. Im vergangenen Jahr steckten sich vor allem junge Menschen an. Etwa 40 Prozent der Neuinfizierten waren zwischen 15 und 24 Jahren. Am stärksten betroffen ist Afrika.

Volker Beck
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Grünen-Politiker Beck sagte, die Schrift der EKD «sollte man nach Rom schicken: Hier können der Papst und der Vatikan noch viel lernen.» Die Studie sei «geprägt von einer christlichen und humanitären Sicht auf die Problematik mit HIV», lobte er. «Statt dogmatischer Besserwisserei ist sie von Hoffnung und Liebe geprägt und das hat auch Auswirkungen auf die Analyse.» Die Evangelische Kirche benenne «auch unbequeme Wahrheiten». So werde als eine Voraussetzung für eine erfolgreiche HIV-Prävention gesehen, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen wie Prostituierte, Drogenabhängige oder Homosexuelle nicht mehr stigmatisiert würden.

Becks Fazit: Die EKD habe im Gegensatz zum Vatikan erkannt, dass man keine erfolgreiche HIV-Prävention betreiben könne, wenn man «Menschen nicht annimmt in ihrer Lebensrealität, sondern sie verurteilt». Mit Blick auf Rom fügte er hinzu: «Das will der Heilige Stuhl einfach nicht wahrhaben.»

Vor diesem Hintergrund begrüßte Beck die Haltung der EKD zur Benutzung von Kondomen. So habe die evangelische Kirche erkannt, dass es besser sei, «ein Kondom zu benutzen, als unsafen Sex zu haben», sagte der Grünen-Politiker unter Hinweis auf Anmerkungen in der der EKD-Studie. In der Schrift wird beispielsweise Menschen ohne Aids geraten: «Sei enthaltsam beziehungsweise bleibe einem Partner treu.» Und: «Wenn du beides nicht kannst, benutze Kondome. Hier gilt es zu beachten, dass Frauen keine Kontrolle über diese Methoden haben, wenn sich ihre männlichen Partner nicht danach richten.»

 
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