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Terrorszenarien Schäubles verärgern Opposition

24. Jul 2007 07:44
Innenminister Wolfgang Schäuble
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Vertreter der Opposition haben die Bundesregierung davor gewarnt, die Terrorgefahr in Deutschland zu dramatisieren. Die FDP warf dem Innenminister eine falsche Informationspolitik vor.

Oppositionspolitiker haben der Bundesregierung vorgeworfen bei der Darstellung der Terrorgefahr in Deutschland zu übertreiben. «Das Innenministerium betreibt eine falsche Informationspolitik», kritisierte FDP-Innenexperte Max Stadler in der «Passauer Neuen Presse». August Hanning, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, hatte von einer «neuen konkreten Gefahr» gesprochen. Zuletzt habe es verstärkt Hinweise darauf gegeben, dass aus Deutschland stammende Islamisten nach Besuchen in pakistanischen Ausbildungslagern für Terroristen ins Land zurückkämen. Stadler: «Aus meiner Sicht ist das nichts Neues. Ich wundere mich, dass das Innenministerium alle paar Wochen neue Bedrohungsszenarien verkündet.»

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Auch der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele warf der Union und Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) vor, die Terrorgefahr zu instrumentalisieren, um neue Sicherheitsgesetze durchsetzen zu können. «Ich fürchte, dass da immer neue Szenarien in den Raum gestellt werden, um bei der SPD eine Bereitschaft zu schaffen. Die Sorgen der Bevölkerung werden gezielt ausgenutzt», sagte Ströbele der Zeitung. Wie Stadler warnte auch Ströbele vor einer «Abstumpfung» der Bevölkerung: «Die Leute nehmen das auf Dauer nicht mehr ernst.»

Der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz sprach sich indes dafür aus, die in der Koalition umstrittene heimliche Online-Durchsuchung von Privatcomputern aus dem geplanten Gesetz für das Bundeskriminalamt (BKA) herausnehmen. «Man kommt mit der Novelle des BKA-Gesetzes viel besser ans Ziel, wenn man die Online-Durchsuchung davon abtrennt und gesondert verhandelt», sagte Wiefelspütz der Zeitung «Die Welt». Er halte es für ein Gebot der Klugheit, erst die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts abzuwarten. Die Karlsruher Richter prüfen derzeit das nordrhein- westfälische Verfassungsschutzgesetz, das Online-Durchsuchungen ermöglicht. Ein Urteil wird erst im März 2008 erwartet.

Im Gesetzentwurf des Innenministers sind Online-Durchsuchungen ein wichtiger Bestandteil des Anti-Terror-Kampfes. Zudem sieht Schäuble bundesweite Rasterfahndungen und vorbeugende Telefonüberwachungen für das BKA vor. (dpa)

 
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