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Afghanistan-Geisel womöglich doch erschossen

23. Jul 2007 09:48, ergänzt 21:14
Haus in Kabul, in dem die verstorbene Geisel gewohnt haben soll
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Der Leichnam des in Afghanistan getöteten Deutschen weist nach Angaben des Auswärtigen Amtes Schusswunden auf. In Deutschland soll die Todesursache geklärt werden.

Die Bundesregierung hat noch keine genauen Erkenntnisse darüber, wie die deutsche Geisel in Afghanistan zu Tode gekommen ist. «Wir sind darauf angewiesen, dass eine Klarheit darüber durch eine Obduktion hergestellt wird», sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler, am Montag im Deutschlandfunk.

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Alle Anstrengungen der Bundesregierung richteten sich nun auf die Freilassung der zweiten Geisel. Zu Einzelheiten könne er aber nichts sagen. Die ARD berichtete, der Ingenieur habe zumindest am Sonntag noch gelebt, denn es sei ein Telefonat mit ihm geführt worden. Der Mann stamme aus Ottobrunn bei München. Sein Gesundheitszustand sei wegen der Anstrengungen jedoch nicht sehr gut.

Die ARD berichtete, wie zuvor bereits andere Medien, die Taliban hätten die beiden Deutschen nicht entführt. Vielmehr seien sie zufällig Opfer einer Stammesfehde geworden. Danach war das eigentliche Entführungsziel ein afghanischer Geschäftsmann, der zusammen mit den Deutschen unterwegs war. Hintergrund seien Streitigkeiten über den Auftrag für ein Bauprojekt.

Dieser afghanische Geschäftsmann soll sich mittlerweile wieder auf freien Fuß befinden. Die «Bild»-Zeitung berichtete, er habe geschildert, dass eine der deutschen Geiseln - der Hochbautechniker Rüdiger D. aus Wismar - zusammengebrochen sei. Daraufhin hätten die Entführer auf ihn geschossen. Nach Medienberichten litt Rüdiger B. an Diabetes und hatte keine Medikamente dabei. Deswegen soll er den Strapazen nicht gewachsen gewesen sein. Laut «Bild»-Zeitung hinterlässt der Mann einen zwölfjährigen Sohn und seine Frau. Nach einer Insolvenz in Deutschland sei er nach Afghanistan gegangen, um mit seiner neuen Firma KBW an Bauprojekten mitzuarbeiten.

Am Sonntagabend hatte das Auswärtige Amt bestätigt, der Leichnam des Deutschen Schusswunden aufweise. Das hätten deutsche Beamte gesehen. Die Leiche soll nun nach Deutschland überführt und obduziert werden. Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte am Wochenende gesagt, der Ingenieur sei an Erschöpfung gestorben. Nichts weise auf einen Mord hin.

Ein Taliban-Sprecher hatte am Wochenende erklärt, die Deutschen seien in der Hand der radikal-islamischen Gruppierung. Die Bundeswehr solle aus Afghanistan abziehen. Andernfalls würden die Geiseln getötet. Am Samstag sprach er dann sogar von der Erschießung beider Männer. Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte am Sonntagabend, die Bundeswehr werde in Afghanistan bleiben und sich nicht erpressen lassen. (Reuters)

 
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