netzeitung.deDalai Lama für Gleichberechtigung von Nonnen

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Dalai Lama (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Dalai Lama
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«Frauen haben genauso die Fähigkeit, das höchste Ziel von Buddhas Lehren zu erlangen», sagt der Dalai Lama. Wie sie die volle Ordination erlangen sollen, lässt er offen.

Der Dalai Lama hat gleiche Rechte für Nonnen im tibetischen Buddhismus gefordert. «Frauen haben genauso die Fähigkeit, das höchste Ziel von Buddhas Lehren zu erlangen», sagte das geistliche und politische Oberhaupt der Tibeter im Audimax der Hamburger Universität am Freitag vor dem internationalen buddhistischen Nonnenkongress.

Er selbst habe jedoch nicht die Autorität, die Umsetzung tatsächlich zu verabschieden, sagte der Dalai Lama. Es liege nun an den tibetischen Mönchen und Nonnen, das Gelübde einzuführen. Nur mit der vollen Ordination ist es Frauen möglich, einen Abschluss an den Klosteruniversitäten zu erlangen, als Wissenschaftlerinnen zu lehren und die höchsten buddhistischen Rituale auszuführen.

Diejenigen Nonnen, die bereits unter einer anderen buddhistischen Tradition ihre Ordination empfangen hätten, würden im tibetischen Buddhismus als vollwertig anerkannt, sagte der Dalai Lama. Für die tibetischen Nonnen, die noch keine volle Ordination empfangen hätten, solle schnellstmöglich ein Nonnenkloster im indischen Dharamsala unter dem Schutz des Dalai Lama eingerichtet werden. Zur Ordination von Frauen ist auch eine Resolution verabschiedet worden.

Dalai Lama schafft Tatsache
Jampa Tsedroen (Carola Roloff), buddhistische Nonne vom Tibetischen Zentrum in Hamburg, erklärte: «Damit hat der Dalai Lama eine neue Linie im tibetischen Buddhismus anerkannt und schafft auf eine sehr asiatische Weise Tatsachen». Beobachtern zufolge ist das größte Problem, dass die in der Mehrzahl konservativen tibetischen Mönche die volle Ordination der Nonnen anerkennen.

Die volle Ordination von buddhistischen Nonnen wird bereits in einigen asiatischen Ländern wie China, Sri Lanka und Thailand anerkannt. Sie ist etwa der christlichen Priesterweihe vergleichbar. Die Zahl der buddhistischen Nonnen wird weltweit auf 360.000 geschätzt.

«Wir können sagen, dass die Dominanz von Männern in der modernen Zeit überholt ist», ergänzte der Dalai Lama. Frauen seien auf andere Art den Männern überlegen, denn sie hätten das «weichere Herz». Wenn die Mehrzahl der Führungspositionen von Frauen besetzt sei, dann würde es sicher nicht so viele Gefahren in der Welt geben. Dann scherzte der Dalai Lama: «Aber wir haben es auch noch nicht ausprobiert.» Manche Frauen seien auch «schwierig».

Die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen erklärte, «Frauen haben genauso religiöse Kompetenz wie Männer. Wir mussten sie zwar freikämpfen, aber nicht erlernen. Wir haben sie seit Geburt von Gott mitbekommen.» Jepsen sprach von ihren Erfahrungen als erste lutherische Bischöfin der Welt. «In erster Linie stehen die Traditionen, die sich in unseren Köpfen und Gefühlen eingenistet haben der Gleichberechtigung der Frauen in der Kirche entgegen.»

Am Freitag endete der dreitägige internationale buddhistische Nonnenkongress. Insgesamt drei Tage haben 65 buddhistische Wissenschaftler und hochrangige Buddhisten vor einem Fachpublikum von 300 Personen über die Details einer vollen Ordination für tibetische Nonnen diskutiert. Dabei trafen unterschiedliche buddhistische Traditionen aus verschiedenen Regionen Asiens aufeinander. (epd/dpa)