20. Jul 2007 16:07
Unions-Verteidigungsexperte Siebert warnt auf Netzeitung.de davor, den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr in Frage zu stellen. Er plädiert dafür, die Mission unverändert fortzusetzen.
Die Entführung zweier Deutscher kommt für Siebert nicht überraschend. «Wir wussten von Anfang an, dass unser Engagement dort sehr schwierig sein würde», sagte er. Es sei aber «weitgehend gelungen, unter einem militärischen Schirm die Sicherheit auch für zivile Helfer zu garantieren», betonte der CDU-Politiker. «Ein hundertprozentiger Schutz ist aber nicht möglich.»Die Taliban drohten unterdessen mit der Ermordung der beiden entführten Deutschen, wenn sich die Bundeswehr nicht binnen 24 Stunden aus dem Land zurückzieht. Zudem werde die Freilassung aller festgenommenen Mitglieder der islamistischen Milizen verlangt, sagte ein Sprecher. Zugleich verwies er darauf, dass sich die Entführten an einem sicheren Ort befänden. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sagte Reuters TV, die Bundesregierung lasse sich nicht erpressen. Der Einsatz deutscher Soldaten am Hindukusch werde fortgesetzt.
Die Afghanistan-Mandate für die Internationale Schutztruppe Isaf und die Tornado-Aufklärungsflugzeuge der Bundeswehr laufen Mitte Oktober, das Mandat für die US-geführten Anti-Terror-Operation «Enduring Freedom» (OEF) läuft Mitte November aus. Der Bundestag entscheidet vorher über die Verlängerung.