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Dalai Lama geißelt Profitgier

20. Jul 2007 13:00
Der Dalai Lama in Hamburg
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Im Rahmen seines Deutschlandbesuchs hat der Dalai Lama die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich kritisiert. Sie sei der Ursprung vieler Probleme, sagte der Nobelpreisträger.

Der Dalai Lama hat die reichen Länder der Erde zu mehr Verantwortung für die armen Länder aufgerufen. «Wir leben in einer Welt und wir müssen mehr Aufmerksamkeit darauf richten, wie wir die Kluft zwischen Arm und Reich verringern können», sagte der Friedensnobelpreisträger am Freitag in Hamburg.

In den USA steige die Zahl der Millionäre, gleichzeitig lebten immer mehr Menschen in Armut. «Diese Kluft ist nicht nur moralisch falsch, sondern auch der Ursprung vieler gesellschaftlicher Probleme», sagte das geistliche und politische Oberhaupt der Tibeter. «Wirtschaft und Umwelt kennen in der globalen Welt keine wirklichen Grenzen mehr.»

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«Es liegt in der Verantwortung der reichen Ländern, hier etwas zu tun. Zum Beispiel Stiftungen zu gründen», sagte der 72-Jährige. Als positives Beispiel für Engagement nannte der Dalai Lama den Millionär Bill Gates, der einen großen Teil seines Geldes für Entwicklungshilfe einsetze. «Wenn es nur um Profitmaximierung geht, dann werden die globalen Probleme immer größer», sagte der Dalai Lama, der es sich im Schneidersitz barfuss auf einem roten Sessel bequem gemacht hatte.

Der buddhistische Lehrer kritisierte die Konsumfreude im Westen. «Wenn wir den inneren Werten mehr Beachtung schenken, werden wir auch glücklicher sein», sagte der Dalai Lama. «Wenn wir Mitgefühl im Herzen tragen, dann wirkt sich das gut auf unsere Psyche aus.» Seine wichtigste Aufgabe sei es, menschliche Werte zu vermitteln. Außerdem wolle er die Harmonie zwischen den Religionen fördern. «Alle Religionen propagieren die gleichen Werte wie Liebe, Mitgefühl, Genügsamkeit und Toleranz.»

Mit Spannung wurde die Rede des Dalai Lama vor dem buddhistischen Nonnenkongress erwartet. Dabei geht es um die Frage, ob es eine volle Ordination für Nonnen im tibetischen Buddhismus geben wird. Sie ist in etwa mit der Priesterweihe bei den Katholiken zu vergleichen und ermöglicht es den Nonnen, akademische Grade zu erwerben und zu unterrichten. Der Dalai Lama befürwortet dies, ist in dieser Frage aber auf die Unterstützung der anderen Mönche angewiesen. Am Samstag beginnen die Vorträge im Tennisstadion Rotherbaum, zu denen täglich 10.000 Menschen erwartet werden. (dpa)

 
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