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Union und Grüne für Tour-Ausstieg der Telekom

18. Jul 2007 15:43, ergänzt 17:00
Zentrale von T-Mobile in Bonn
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Als «absolut sinnvoll» hat der Grünen-Sportexperte Hermann den Tour-Ausstieg von ARD und ZDF bezeichnet. Nach dem positiven Doping-Befund bei T-Mobile-Radprofi Sinkewitz sei nun die Telekom am Zug.

Union und Grüne fordern nach der positiven Doping-Probe des T-Mobile-Fahrers Patrik Sinkewitz den Ausstieg der Telekom aus dem Radsport. Die Bundesregierung solle als Miteigentümer der Deutschen Telekom über ihre Aufsichtsratsmitglieder den Ausstieg aus dem Radsport bei der nächsten Sitzung auf die Tagesordnung setzen, sagte der haushaltspolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Steffen Kampeter (CDU), dem «Handelsblatt». Zudem sollte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble überprüfen, die Zuschüsse an die Sportverbände generell zu kürzen, sagte Kampeter. «Es ist fraglich, ob die Zuschüsse unter diesen Umständen noch länger steuerlich absetzbar sein sollen.»

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  • Ähnlich äußerte sich der sportpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, Winfried Hermann. «T-Mobiles Neuanfang ist in Frage gestellt», sagte er auf Netzeitung.de. Das Team müsse entweder aus dem Radsport aussteigen oder einen Neuanfang mit «völlig unbelasteten Leuten» machen. Mit dem Doping-Sünder Rolf Aldag, der auch T-Mobile-Sportdirektor ist, «schadet der Rennstall dem Radsport und dem Unternehmen Telekom».

    Wie Hermann betonte, liegt es «eindeutig» in der Verantwortung des Telekom-Vorstandes René Obermann «dem Sponsortum seines Konzerns Einhalt zu gebieten». Er erwarte, dass die Vertreter des Bundes im Telekom-Aufsichtsrat in dieser Frage Druck auf die Konzernspitze auszuüben, sagte der Grünen-Politiker. Nötig seien Richtlinien für einen sauberen Sport. Die Telekom müsse deutlich machen, dass sie sich von Doping distanziert. Dem Bund gehören direkt und über die Kreditanstalt für Wiederaufbau etwa 30 Prozent der Telekom-Anteile.

    Der Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, Peter Danckert (SPD), sprach im «Handelsblatt» von einem «großen Imageschaden für den Radsport». Er sei «sehr enttäuscht, dass sich offenbar auch bei der neuen Fahrer-Generation nichts geändert hat und weiter skrupellos gedopt» werde.

    Zuvor teilten ARD und ZDF mit, dass sie ihre Berichterstattung von der Tour de France vorläufig einstellen. Die beiden öffentlich-rechtlichen Sender reagieren damit auf den Doping-Verdacht gegen T-Mobile-Profi Sinkewitz.

    Grünen-Politiker Hermann begrüßte die Entscheidung von ARD und ZDF «außerordentlich». Es sei «absolut sinnvoll» nicht mehr über die Tour zu berichten. Das sei die «überfällige Konsequenz» aus den Doping-Vorfällen. «Ich hoffe, dass der Radsport erkennt, dass Politik und Medien ernst machen mit ihrer Forderung nach einem sauberen Sport und sich nicht hinters Licht führen lassen», sagte Hermann.

    Bei dem 26-jährigen Sinkewitz waren bei einer Trainingskontrolle Anfang Juni zu hohe Testosteron-Werte festgestellt worden waren. Die B-Probe steht noch aus. Von seinem Arbeitgeber wurde Sinkewitz inzwischen suspendiert.

    Die Telekom schließe inzwischen einen Ausstieg aus dem Radsport nicht mehr aus, sagte T-Mobile-Kommunikations-Direktor Christian Frommert am Mittwoch in der ARD. Frommert warnte jedoch vor einer übereilten Entscheidung. «Mit Schnellschüssen ist niemand gedient», sagte er. Der Teamsponsor wolle sich erst nach dem Ende der Tour de France mit den Fahrern und der Mannschaftsführung zusammensetzen und über mögliche Konsequenzen beraten. «Wir können nicht zur Tagesordnung übergehen», sagte Frommert.

    Wie die Telekom will auch der Getränkehersteller Gerolsteiner sein Radsport-Engagement überdenken. «Wir werden im August beraten, ob wir dem Radsport auch nach Ablauf des Vertrages Ende 2008 treu bleiben», sagte Sprecher Stefan Göbel. Zwar habe der Fall Sinkewitz keinen unmittelbaren Einfluss auf das Team Gerolsteiner, schließlich sei das Team dopingfrei. Entscheidend jedoch sei, ob es dem Team noch gelingt, positiv auf die Marke Gerolsteiner zu wirken, sagte Göbel. «Dafür sind Sinkewitz und der Ausstieg von ARD und ZDF sicherlich nicht förderlich.»

     
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