12. Jul 2007 18:54
Bund, Länder und Kommunen haben sich am Donnerstag mit Vertretern von Ausländerorganisationen und anderen gesellschaftlichen Gruppen auf einen nationalen Integrationsplan verständigt.
Der Integrationsplan enthält insgesamt 400 Selbstverpflichtungen. Ziel ist es, die Eingliederung der 15 Millionen Menschen ausländischer Herkunft in Deutschland voranzutreiben.Die Erstellung des Plans war beim ersten Integrationsgipfel vor einem Jahr beschlossen worden. Hierzu wurden Arbeitsgruppen eingesetzt, insgesamt waren 367 Experten an der Erarbeitung beteiligt. Von den 400 erarbeiteten Selbstverpflichtungen stammen etwa 150 von der Bundesregierung. Hier einige Beispiele:
– Die Integrationskurse werden qualitativ und quantitativ aufgewertet. Das Stundenkontingent wird von 600 auf 900 Stunden aufgestockt. Es wird differenzierte Angebote zum Beispiel für Analphabeten, Jugendliche und Mütter geben.
– Integrationsbeauftragte Maria Böhmer will ein bundesweites Netzwerk für Bildungspaten ins Leben rufen, das Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien unterstützen soll.
– Der Bund entwickelt ein Konzept zur allgemeinen Sprachförderung in Kindertagesstätten und fördert die Forschung zur Sprachstandsfeststellung. Die berufsbezogene Sprachförderung für Migranten wird deutlich ausgeweitet.
– Im Ausbildungspakt intensiviert die Bundesregierung gemeinsam mit den Partnern aus der Wirtschaft die Integrationsaktivitäten. Sie flankiert diese Bemühungen mit dem «Sonderprogramm zur Einstiegsqualifizierung Jugendlicher», das auf 40.000 Plätze aufgestockt und verlängert wird.
– Mit der Initiative «Aktiv für Ausbildungsplätze» verfolgt die Bundesregierung gemeinsam mit dem DIHK, den Handwerkskammern und den deutsch-ausländischen Wirtschaftsverbänden das Ziel, bis 2010 bis zu 10.000 zusätzliche Ausbildungsplätze bei Unternehmern ausländischer Herkunft zu schaffen.
– Der Zugang zu Berufsausbildungsbeihilfen und BAföG für ausländische Jugendliche wird erleichtert, insbesondere für Jugendliche mit Aufenthaltsrecht und Bleibeperspektive.
– Von Zwangsverheiratung und häuslicher Gewalt betroffene Frauen und Mädchen werden durch eine Onlineberatung unterstützt.
– Der Bund unterstützt die Integrationsinitiativen des organisierten Sports mit dem Programm «Integration durch Sport» und der Kampagne «Integration - Wir machen mit». (AP)