Katholiken skeptisch bei Messe-Plänen des Papstes
09. Jul 2007 21:33
 |  Nur noch auf Latein? Ppapst Benedikt
| Foto: AP |
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Messen nur noch in Latein, sofern es die Gläubigen wünschen- viele Katholiken sehen darin einen deutlichen Rückschritt. Auch Bischöfe hatten Benedikt XVI. vor Spannungen gewarnt.
Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Hans Joachim Meyer, hat sich skeptisch zur Wiedereinführung der lateinischen Messe durch Papst Benedikt XVI. geäußert. «Ich gehöre nicht zu jenen, die das brennend von Rom erwartet haben», sagte Meyer der Nachrichtenagentur dpa. Die übergroße Mehrheit der deutschen Katholiken wünsche sich die Messfeier in ihrer eigenen Sprache. «Die Apostel haben ja auch nicht mit Aramäisch (der Sprache Jesu) im römischen Reich missioniert, sondern auf Latein und Griechisch.» Unterdessen wurde bekannt, dass die deutschen Bischöfe dem Papst einen Brief vor seiner Entscheidung geschickt hatten, um ihn davon abzubringen, den tridentinischen Ritus in vollem Umfang zu rehabilitieren.
Konservative erfreut
Er hoffe sehr, dass sich die Hoffnung von Papst Benedikt XVI. erfülle und die neue Regelung innerhalb der Kirche eine befriedende Wirkung habe, sagte Meyer. Gerade in diesem Punkt sei er aber skeptisch. Es sei auch denkbar, dass sich konservative Katholiken durch diesen Schritt des Papstes nun ermutigt fühlten und Anstrengungen unternähmen, um die Uhr zurückzudrehen in die Zeit vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil, das in den 1960-er Jahren die Kirche reformiert hatte. Das konservative Forum Deutscher Katholiken zeigte sich erfreut über die Entscheidung des Papstes. In dem am Samstag veröffentlichten Schreiben («Motu Proprio») hatte Benedikt XVI. angeordnet, dass Gottesdienste wieder nach alter Liturgie gefeiert werden sollen, wenn dies «eine Gruppe von Gläubigen» in einer Gemeinde wünscht. Dadurch soll die Kluft zu den strikt konservativen Anhängern des vom Vatikan exkommunizierten Erzbischofs Marcel Lefebvre (1905-1991) geschlossen werden. Der heute übliche Messritus von 1970 in den jeweiligen Landessprachen bleibt die Regel.
Neue Spannungen befürchtet
Die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. initiierte «Aktion alte Messe» teilte mit, dass mehr als 1000 Priester im deutschen Sprachraum bereit seien, die Messe wieder im alten Ritus zu zelebrieren. Die Priesterbruderschaft steht in der Tradition Lefebvres. Nach Darstellung des Onlinedienstes kreuz.net bietet die Aktion in einer Briefaussendung an alle deutschen Diözesanpriester einen DVD-Film über die lateinische Messe kostenlos an. Vergangene Woche hätten 7000 der ungefähr 16.100 Priester in Deutschland entsprechende Post bekommen.Wie die «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» berichtete, hatten sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, zusammen mit seinem französischen Amtskollegen, Kardinal Jean-Pierre Ricard an den Papst gewandt. Lehmann befürchte neue Spannungen in den Bistümern und Pfarreien und sehe durch die Wiederzulassung die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ins Zwielicht gezogen, berichtete die Zeitung. Die Bischofskonferenz in Bonn ließ dazu nur wissen, dass die deutschen Oberhirten dem Papst einen Brief geschickt hätten. (nz/dpa)