06.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Das Interesse war gewaltig - Reichstag in Berlin
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
An normalen Tagen dümpelt der Web-Verkehr bei wenigen hunderttausend Klicks dahin. Was Abgeordnete außerhalb des Parlaments so treiben, sorgte jedoch für Rekordbesuche. Bilderschau: Top-Nebenverdienstler
Die Veröffentlichung der Nebeneinkünfte hat den Internetseiten des Bundestages ein geradezu gigantisches Leserinteresse beschert. An gewöhnlichen Tagen lägen die Klickzahlen auf www.bundestag.de zwischen 300.000 und 500.000, sagte eine Sprecherin Netzeitung.de. Am Donnerstag, als die Techniker des Parlaments die Angaben zu den Nebentätigkeiten und -einkünften der Bundestagsabgeordneten veröffentlichten, verzehnfachte sich der virtuelle Besucherverkehr auf rund 5.502.000 Seitenaufrufe.
Rund 3.263.000 Klicks trafen die Abgeordneten-Webseiten, auf denen neben Porträt, den Angaben zu Beruf und Werdegang auch die Mitgliedschaften in Gremien, Funktionen in Unternehmen, Körperschaften, Vereinen, Verbänden oder Stiftungen nachzulesen sind. Ziel des Besucherinteresses waren besonders die Nebentätigkeiten und die damit erzielten Verdienststufen. Teils erzielen Abgeordnete mit Nebenjobs mehr Einkünfte als sie als Abgeordnetenentschädigung (rund 7000 Euro im Monat) erhalten.
Großen Zuspruch erhielt auch die Seite mit Mitteilungen zu den Nebentätigkeiten, die direkt auf die alphabetisch geordnete Liste der Abgeordneten verlinkt. Die Seite, die am Dienstag klägliche 762 Klicks erzielte, trafen am Tag der Veröffentlichung 154.000 Klicks. Ebenso verhielt es sich mit der Abgeordnetenliste, die ihre Klickzahl von 2670 (Dienstag) auf 316.000 (Donnerstag) steigerte.
Schon am Mittwoch hatte das Interesse leicht zugenommen. An dem Tag hatte das Bundesverfassungsgericht sein Urteil verkündet, die Klage von neun Abgeordneten gegen die eigentlich schon 2005 beschlossene Offenlegung von Nebeneinkünften abzuweisen. Der Bundestag zeigte sich gut vorbereitet und schaltete die Angaben der Abgeordneten rund 24 Stunden später am Donnerstagmittag frei.
Wie viele der Zugriffe auf die Journalisten zurückgehen, lässt sich nicht herausfinden. Immerhin waren die Politikredaktionen mit nicht wenigen Helfern am Donnerstag damit beschäftigt, die Listen durchzusehen, um die Top-Nebenverdiener unter den Abgeordneten zu ermitteln.