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Antifa versteigert BKA-Peilsender

07. Jul 2007 09:37
Der Peilsender - teils vom Klebeband befreit.
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Der sendende Verräter fand sich im Vorfeld des G8-Gipfels von Heiligendamm am Fahrzeug eines Globalisierungsgegners. Nun soll er einem guten Zweck dienen – auch das BKA darf mitsteigern.

Am Samstagabend treffen sie sich wieder – die Berliner Demonstranten gegen den G8-Gipfel von Heiligendamm. «Die Party gegen Polizeigewalt» steigt in einem Kulturhaus des Szenebezirks Kreuzberg. Gemeinsam will man sich noch einmal der ereignisreichen Tage in Mai und Juni erinnern: an die heftigen Proteste gegen die Polizeirazzien von Hamburg, die Großdemo gegen den Gipfel in Rostock, das Übernachten auf dem blankem Asphalt der Zufahrtstraße zum Tagungshotel, Katz und Maus-Spiele mit der Polizei im Weizenfeld, das Trocknen der von Wasserwerfern durchnässten Klamotten.

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Für Stimmung im Saal sorgen soll ein «Luftgitarren-Contest», ab Mitternacht gibt es Karaoke unter dem Motto: «Singen gegen grün und blau» – die Farben der Länder- und Bundespolizeien. Den besten Programmpunkt setzten die Antifa-Linken gleich zu Beginn: Um 23 Uhr startet die Versteigerung eines Peilsenders, den das Bundeskriminalamt am Fahrzeug eines Verdächtigen Globalisierungsgegners hinterlassen haben soll.

Der Erlös der Auktion soll Mitstreitern zugute kommen, die von «Polizeiübergriffen und Kriminalisierungsversuchen» betroffenen sind. Beim Feiern und Bieten will man möglichst unter sich sein: Polizisten hätten an dem Abend Hausverbot, heißt es in der Einladung.

Bilderschau:
Ein Berliner Globalisierungskritiker hatte den elektronischen Verräter Mitte Mai im linken Radkasten seines Autos entdeckt, drei Tage nach den Großrazzien bei linken Szenetreffs in mehreren Städten Deutschlands. Unter schützendem Klebeband fanden sich die Antenne, ein Modul zur Datenverarbeitung, ein Mobilfunk-Sendemodul und ein Pack Langzeitbatterien. Derzeit lagere das GPS-Gerät außerhalb Berlins, versichert Sebastian Lorenz, Sprecher der Berliner Antifa-Gruppe. Unauffindbar für das BKA. Man habe die Batterien abgetrennt.

Razzia an der 'Roten Flora' in Hamburg
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Wochen zuvor hatte sich ein ähnlicher Sender am Auto eines Neonazi-Gegners in Hamburg gefunden. Entsprechend nervös war die linke Szene. Postkontrollen in der Hansestadt hatten für zusätzlichen Aufruhr gesorgt – die Polizei wollte nach Anschlägen Bekennerschreiben abfangen, um der Täter habhaft zu werden. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble brachte die Linken noch mehr gegen sich auf, als er in der «Bild» drohte, man könne Gipfelgegner jederzeit auch vorbeugend in Haft nehmen.

Mittlerweile hat sich der Wirbel wieder beruhigt. Der Bund ermittelt derzeit, wer Bundeswehrpiloten den Befehl gab, in Tornado-Aufklärungsjets mehrmals ungeplant über die Köpfe der Gipfelgegner in Heiligendamm hinwegzufegen. Beschwerden von Demonstranten gegen rohe Behandlung durch die Polizei liegen in den Amtsstuben vor.

Die Versteigerung soll Betroffenen mit zu ihrem Recht verhelfen. Gefragt sind solvente Bieter: Soll der Auktionserlös des Peilgerätes den Marktwert der elektronischen Teile übersteigen, wird der Sender kein Schnäppchen: Kenner veranschlagten den Wert der Teile auf 1000 Euro.

BKA darf mitbieten

Den Wert seiner Ausrüstung weiß auch das BKA zu schätzen: Die Sicherheitsbehörde verlangte den batteriebetriebenen Schwarzfahrer bereits zurück. «Ein Herr Weingarten hat sich bei der Anwältin des Betroffenen gemeldet und den Sender zurückgefordert», sagt Lorenz. Das Gerät könne explodieren, wenn daran herumgebastelt werde, habe der Mann gewarnt.

Immerhin soll das BKA seine Chance erhalten. Weil Polizisten am Samstagabend Hausverbot hätten, könnten die Beamten der Wiesbadener Behörde doch über die telefonische Bieter-Hotline mitsteigern, kündigten die Organisatoren an.

 
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