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Ablauf des Druckabfalls im AKW Krümmel

04. Jul 2007 17:37
Löscharbeiten am AKW Krümmel
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Der Brand im AKW Krümmel hatte ernstere Folgen als bisher angenommen. Das Kieler Sozialministerium prüft nun warum es zu dem Druckabfall kam.

Das Atomkraftwerk Krümmel funktioniert ähnlich wie ein riesengroßer Tauchsieder. Im Zentrum des Siedewasser-Reaktors steht der wassergefüllte Druckbehälter. Dort heizen zahlreiche Brennstäbe aus Uran durch Kernspaltung das Wasser auf, das sie umgibt und kühlt. Die Brennelemente müssen zu jedem Zeitpunkt davon bedeckt bleiben. Das siedende Wasser hat im Regelbetrieb eine Temperatur von 286 Grad Celsius.

Vom Reaktorkern aus strömt dann ein Wasser-Dampf- Gemisch durch ein abgeschlossenes System. Wasser und Dampf trennen sich. Der Dampf treibt Turbinen an, die wiederum zur Stromerzeugung den Generator in Schwung halten. Im so genannten Kondensator wird der Nebel wieder zu Wasser. Der Zyklus beginnt von Neuem. Das radioaktiv belastete Wasser bleibt dabei stets in diesem Kreislauf gefangen.

Bei der jetzt bekannt gewordenen Kette von Ereignissen kam es nach Angaben des Kieler Sozialministeriums durch den Trafo-Brand am Donnerstag zuerst zu einer automatischen Reaktorschnellabschaltung. Im Zuge dieser Abschaltung fiel eine von mehreren Wasserpumpen «unplanmäßig» aus. Ebenfalls «unplanmäßig» seien darüber hinaus zwei Sicherheits- und Entlastungsventile geöffnet worden. Dies sei zunächst automatisch geschehen.

Das Ministerium prüft, ob danach noch manuell nachjustiert wurde. Dadurch seien der Druck und der Füllstand des Kühlwassers im Reaktordruckbehälter innerhalb weniger Augenblicke abgefallen. Das abgelassene Wasser sammelte sich in der Kondensationskammer. Notfall-Nachfüllsysteme hätten sich innerhalb Sekunden automatisch zugeschaltet und den Verlust sofort ausgeglichen.

Nach Erkenntnissen der Atomaufsicht waren die Brennelemente dabei zu jedem Zeitpunkt von Wasser bedeckt und wie vorgesehen gekühlt. Der Meiler Krümmel liefert seit der Abschaltung keinen Strom mehr. (dpa)

 
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