Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Länder gegen Ausweitung der Videoüberwachung

04. Jul 2007 07:37
Baden-Württemberg will die Videoüberwachung ausweiten
Bild vergrößern
Auch viele CDU-geführte Bundesländer sehen eine verstärkte Video- Überwachung von öffentlichen Plätzen skeptisch. Bei einem Einsatz der Bundeswehr im Inneren sieht das jedoch ganz anders aus.

Die Forderung von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) nach einem Ausbau der Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen stößt in vielen Bundesländern nur auf geringe Resonanz. Bayern, Baden-Württemberg und Hessen wollten die Kontrolle per Kamera nur in begrenztem Maße ausbauen, berichtet die «Berliner Zeitung».

Mehr in der Netzeitung:
Schleswig-Holsteins Innenminister Ralf Stegner (SPD) sagte dem Blatt: «Eine solche Überwachung würde nur den Anschein von Aktivität erwecken.» Berlins Innensenator Erhart Körting (SPD) sprach von einem unverhältnismäßigen Aufwand: «Der präventive Nutzen von Kameras ist gering.»

Auch das Innenministerium im CDU-regierten Nordrhein- Westfalen will am «restriktiven Einsatz» festhalten und keine zusätzlichen Kameras aufstellen. Im Stuttgarter Innenministerium hieß es dagegen: «Wir wollen die Ausweitung der Videoüberwachung, aber keinen flächendeckenden Einsatz.»

FDP kritisiert Merkels-Sicherheitspläne

Guido Westerwelle
Bild vergrößern
Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle kritisierte Schäuble und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie nutzten das Thema Sicherheit, um «Freiheitseinschränkungen» durchzusetzen, die sie seit Jahren anstreben, sagte er der «Frankfurter Rundschau». Als Beispiel nannte er den Einsatz der Bundeswehr im Inneren. «Das ist mehr als ein Tornado-Aufklärungsflug in Heiligendamm, der fragwürdig genug war. Das ist Absicht und hat Methode. Hier soll einem politischen Ziel der Weg bereitet werden: die bewährte und wichtige Trennung zwischen innerer und äußerer Sicherheit aufzugeben.»

Merkel dringt angesichts der anhaltenden Terrorgefahr auf schärfere Sicherheitsgesetze und will wie Schäuble die Bundeswehr verstärkt im Inland einsetzen. Auch die Innenminister von Niedersachsen, Bayern und Hessen bekräftigten ihre Forderung danach. «Der Einsatz muss bei terroristischer Bedrohungslage möglich sein, wenn die personellen Möglichkeiten der Polizeien des Bundes und der Länder ausgeschöpft sind», sagte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) der Zeitung «Die Welt».

Günther Beckstein
Bild vergrößern
Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) sagte, die Unterstützung im Terrorfall und damit der Schutz der deutschen Zivilbevölkerung müsse eine «wesentliche Aufgabe der Bundeswehr bei Gefahrenlagen von nationaler Bedeutung werden». Nötig seien einplanbare und ausreichende Ressourcen, insbesondere wenn Terroranschläge mit biologischen und chemischen Kampfstoffen drohten. Hessens Innenminister Volker Bouffier (CDU) äußerte sich ähnlich, betonte aber, die Bundeswehr dürfe keine zweite Polizei sein. (dpa)
 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.