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Film-Klappe zu für Cruise im Bendlerblock

30. Jun 2007 11:36, ergänzt 17:22
Tom Cruise (l.), Stauffenberg
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Hollywood-Star Tom Cruise muss draußen bleiben: Für seinen Thriller «Valkyrie» über das gescheiterte Hitler-Attentat erhält er keine Drehgenehmigung im Berliner Bendlerblock.

Die Dreharbeiten für den Hollywood-Thriller «Valkyrie» über das gescheiterte Hitler-Attentat mit Tom Cruise (44) in der Hauptrolle können in Berlin beginnen - allerdings ist der Bendlerblock tabu. Von diesem Gebäudekomplex aus plante Stauffenberg sein Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944. Nachdem dieses gescheitert war, wurde er zusammen mit mehreren Mitverschwörern in der Nacht zum 21. Juli 1944 im Innenhof des Bendlerblocks hingerichtet. Der Streifen mit Cruise trägt den Arbeitstitel «Valkyrie» nach dem Namen der Verschwörung, «Operation Walküre».

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«Die Koproduktionsverträge sind unterzeichnet», bestätigte eine Sprecherin von Studio Babelsberg am Samstag der Deutschen Presse- Agentur dpa. Details auch über den Drehstart für den Streifen mit dem bekennenden Scientologen Cruise in der Rolle des deutschen Widerstandskämpfers Claus Schenk Graf von Stauffenberg - dem Vernehmen nach am 19. Juli - wollte sie nicht mitteilen. Zugleich erklärte das Bundesfinanzministerium, dass es für den Film keine Drehgenehmigung im historischen Bendlerblock geben wird, der heute der Sitz des Verteidigungsministeriums ist. Das Finanzministerium ist als Eigentümer jedoch zuständig - auch in Fragen von Drehgenehmigungen an dem historischen Ort.

Ansonsten alles möglich machen

«Dieser Ort der Erinnerung und der Trauer würde an Würde verlieren, wenn wir ihn als Filmkulisse instrumentalisieren», sagte Sprecher Torsten Albig der dpa und widersprach damit Informationen des Nachrichtenmagazins «Focus». Bei der Entscheidung habe es keine Rolle gespielt, dass Cruise bekennender Scientologe sei. Die Sprecherin von Studio Babelsberg sagte: «Es gab auf Arbeitsebene eine Drehgenehmigung, über weiteres sind wir nicht informiert.» Albig betonte: «Wir freuen uns, dass so ein Film gedreht werden soll.» Das Ministerium werde - mit Ausnahme des Bendlerblocks - alles möglich machen, um die Dreharbeiten zu unterstützen.

Die Produktion des Hollywood-Studios United Artists sorgt bereits im Vorfeld für heftigen Wirbel. So ist es dem Sohn Stauffenbergs, Berthold Schenk Graf von Stauffenberg, «unsympathisch, dass ein bekennender Scientologe» seinen Vater spiele. Cruise «soll seine Finger von meinem Vater lassen», hatte er unlängst betont. Der Vorsitzende des Bundestag-Kulturausschusses, Hans-Joachim Otto (FDP), bezeichnete die geplante Besetzung als instinktlos. Aus Sicht des Stauffenberg-Biografen Peter Hoffmann ist es dagegen kein Hindernis, dass Cruise Scientologe ist - «solange der Film nicht der Förderung der Scientology dient», sagte er dem «Focus».

Aus Sicht des Brandenburger Kulturministeriums ist durch die Absage eines Drehs im Bendlerblock keine negative Signalwirkung für weitere Filmproduktionen zu erwarten. Ähnlich sieht dies Ministeriumssprecher Albig, nach dessen Worten die Entscheidung zeige, wie angemessen man mit der Erinnerung umgehe. (dpa)

 
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