«Dieser Ort der Erinnerung und der Trauer würde an Würde verlieren, wenn wir ihn als Filmkulisse instrumentalisieren», sagte Sprecher Torsten Albig der dpa und widersprach damit Informationen des Nachrichtenmagazins «Focus». Bei der Entscheidung habe es keine Rolle gespielt, dass Cruise bekennender Scientologe sei. Die Sprecherin von Studio Babelsberg sagte: «Es gab auf Arbeitsebene eine Drehgenehmigung, über weiteres sind wir nicht informiert.» Albig betonte: «Wir freuen uns, dass so ein Film gedreht werden soll.» Das Ministerium werde - mit Ausnahme des Bendlerblocks - alles möglich machen, um die Dreharbeiten zu unterstützen.Die Produktion des Hollywood-Studios United Artists sorgt bereits im Vorfeld für heftigen Wirbel. So ist es dem Sohn Stauffenbergs, Berthold Schenk Graf von Stauffenberg, «unsympathisch, dass ein bekennender Scientologe» seinen Vater spiele. Cruise «soll seine Finger von meinem Vater lassen», hatte er unlängst betont. Der Vorsitzende des Bundestag-Kulturausschusses, Hans-Joachim Otto (FDP), bezeichnete die geplante Besetzung als instinktlos. Aus Sicht des Stauffenberg-Biografen Peter Hoffmann ist es dagegen kein Hindernis, dass Cruise Scientologe ist - «solange der Film nicht der Förderung der Scientology dient», sagte er dem «Focus».
Aus Sicht des Brandenburger Kulturministeriums ist durch die Absage eines Drehs im Bendlerblock keine negative Signalwirkung für weitere Filmproduktionen zu erwarten. Ähnlich sieht dies Ministeriumssprecher Albig, nach dessen Worten die Entscheidung zeige, wie angemessen man mit der Erinnerung umgehe. (dpa)