30. Jun 2007 09:52, ergänzt 12:00
Noch immer ist es nicht gelungen, zum zerstörten Transformator im Atomkraftwerk Krümmel vorzudringen. Im Streit um längere Laufzeiten für Atomkraftwerke stärkte Justizministerin Zypries Umweltminister Gabriel offenbar den Rücken.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) wies die zuletzt immer lauteren Forderungen der Stromkonzerne nach einem Aufweichen des Atomausstiegs mit Hinweis auf die Sicherheit zurück. «Je länger ein Kraftwerk läuft, desto höher ist die Störanfälligkeit», sagte er in Berlin wenige Tage vor dem am Dienstag geplanten Energiegipfel von Bundesregierung und Wirtschaft.Im Streit um längere Laufzeiten für Atomkraftwerke stärkte Justizministerin Brigitte Zypries Umweltminister Sigmar Gabriel offenbar den Rücken. Das berichtet die «Bild»-Zeitung unter Berufung auf ein ihr vorliegendes Papier des Justizministeriums. Laut dem Gutachten dürfe Gabriel vorliegende Anträge auf Laufzeitverlängerungen allein ablehnen und müsse dafür «kein Einvernehmen mit Bundeskanzleramt und Bundeswirtschaftsministerium herbeiführen». Für den Fall, dass Gabriel die Laufzeitverlängerung genehmigen wolle, müsse er die Zustimmung von Kanzleramt und Wirtschaftsministerium vorher einholen.
In Krümmel und Brunsbüttel hatte es am Donnerstag einen Brand und einen Kurzschluss gegeben. Beide Reaktoren wurden abgeschaltet, es trat nach Betreiberangaben keine Radioaktivität aus. Wie erst am Freitag bekannt wurde, brach nach Angaben des TÜV Nord auch bei dem Zwischenfall im Atomkraftwerk Brunsbüttel ein kleines Feuer aus. An einer Turbine im Maschinenhaus entstand ein Schwelbrand. Außerdem habe die Reaktorabschaltung nicht ganz reibungslos funktioniert. Der TÜV schloss weitgehend aus, dass der Kurzschluss in Brunsbüttel die Panne in Krümmel ausgelöst haben könnte. (dpa)