Buttolo musste jüngst eingestehen, dass bereits 40 Ordner im Reißwolf landeten. Bereits letzten Herbst begann die Vernichtungsaktion, wie eine Zeitung berichtete. Im Geheimdienste-Kontrollgremium des Landtages gab Buttolo diese Woche zu, dass noch mehr Papiere als bisher bekannt geschreddert wurden. Weil es am Willen der Regierung fehle, Aufklärung zu betreiben, sei ein Untersuchungsausschuss unausweichlich, sagte Grünen-Politikerin Hermenau weiter. Für die Einsetzung eines derartigen Ausschusses haben sich neben den Grünen auch die ebenfalls oppositionellen Parteien Linke und FDP eingesetzt. «Wir wollen auch ein paar Akten sehen, wenigstens ein paar von den übrig gebliebenen», sagte Hermenau.
Die mit der CDU zusammen in Sachsen regierende SPD zeigt Misstrauen und reagierte zurückhaltend auf die Ankündigung Buttolos, wonach der jüngst neu eingesetzte Verfassungsschutz-Präsident nun einen umfassenden Bericht über mögliche Missstände in der Behörde anfertigen werde. «Der Innenminister hat zugesichert, mir umgehend die Ergebnisse des Prüfberichtes des Präsidenten zuzuleiten», sagte der sozialdemokratische Vizeregierungschef Thomas Jurk.
In diesem Sinne sei eine der SPD-Forderungen vom Dienstag bereits respektiert worden. An diesem Tag hatte Jurk mit dem Bruch der Koalition für den Fall gedroht, sollte die Affäre nicht umfassend aufgeklärt werden. (nz/AP)