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Marco W. beteuert seine Unschuld

26. Jun 2007 12:04
Marco W. beteuert, nichts Verbotenes getan zu haben
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Seit Wochen ist er in der Türkei inhaftiert, weil er eine 13-jährige Britin sexuell missbraucht haben soll. Doch der deutsche Schüler Marco W. beteuert, nichts Verbotenes getan zu haben.

Der seit Wochen in der Türkei inhaftierte 17- jährige deutsche Schüler Marco kann sich nach eigenen Worten über schlechte Behandlung im Gefängnis von Antalya nicht beklagen. Es fielen keine bösen Worte, er habe keinerlei Schläge oder Misshandlungen erlebt, sagte Marco in einem Interview der türkischen Zeitung «Hürriyet». Auch das Essen sei gut. Allerdings wäre es nicht schlecht, wenn es auch einmal «Pommes und Steak» geben würde, sagte der Schüler.

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Marco sitzt seit zehn Wochen in Antalya im Gefängnis, weil er eine 13-jährige Britin sexuell missbraucht haben soll.

Auch bei seinen Eltern, die er einmal die Woche sehen könne, habe er sich nicht über die Haftbedingungen beschwert. Allerdings habe er ihnen erzählt, wie schwierig es sei, mit so vielen Leuten einen Saal, eine Dusche und eine Toilette zu teilen, sagte er dem Blatt. Gut sei, dass es einen Innenhof gebe, der von morgens sieben bis abends acht Uhr geöffnet sei. Allerdings sei es in Antalya im Moment so heiß, dass man keine Lust habe hinauszugehen.

Engländerin soll Wahrheit sagen

Sie könnten aber duschen, wann immer sie wollten. Eine angebotene Verlegung in ein neues Gefängnis habe er abgelehnt. Im jetzigen Gefängnissaal habe er Freundschaften geschlossen. «Es gibt keinen anderen Deutschen, aber einen aus dem Kosovo, der Deutsch kann.»

Er hoffe, sagte Marco «Hürriyet», dass die Wahrheit ans Licht komme und das Verfahren gegen ihn eingestellt werde. Er würde sich wünschen, dass die 13-jährige Engländerin die Wahrheit erzähle und die Anzeige zurückgezogen werde. Nach seinen Angaben ging die Initiative von dem Mädchen aus. Die Engländerin habe ihn nachts in ihr Hotelzimmer gerufen. «Sie hat mich zuerst geküsst», sagte Marco. Zum Geschlechtsverkehr sei es nicht gekommen. Als er das Zimmer verlassen habe, habe sie ihn böse angesehen. «Sie hat mehr von mir erwartet.» Das Mädchen habe sich ihm gegenüber als 15-Jährige ausgegeben. Er habe «einen Schock bekommen», als er später erfahren habe, dass sie erst 13 sei. «Wenn ich das gewusst hätte, wäre es ganz sicher nicht so weit gekommen.»

Jurist rechnet mit schneller Lösung

In Deutschland wird dem Schüler indessen von allen Seiten Hilfe zuteil. Seit dem Wochenende seien 10.000 Euro Spenden zusammengekommen, mit denen der Rechtsanwalt für den Schüler aus Uelzen (Niedersachsen) bezahlt werden könne, sagte der Sprecher der Spendenaktion, Patrick Friede, am Dienstag. «Wir haben das erste Geld, die Familie muss sich erst einmal keine Sorgen mehr machen.» Aus allen Teilen Deutschlands kämen Anrufe von Menschen, die mit eigenen Aktionen Geld sammeln wollten.

Der Trierer Rechtswissenschaftler Hans-Heiner Kühne rechnet mit einer schnellen Lösung in dem Fall. Weder die türkische Regierung noch die türkische Justiz seien daran interessiert, dass hier wirkliche Probleme entstünden, sagte Kühne am Dienstag im Deutschlandradio Kultur. Der Wissenschaftler ist auch Berater des türkischen Außenministeriums in Menschenrechtsfragen.

Deutsche Justiz soll übernehmen

Kühne warnte davor, von deutscher Seite zu dominant aufzutreten. Sachlich völlig unangemessen sei es, der Türkei wegen der Inhaftierung des Schülers mit Sanktionen bei den EU- Beitrittsverhandlungen zu drohen. Derselbe Fall hätte auch in anderen EU-Ländern geschehen können.

Nach Ansicht des Anwaltvereins sollte die Bundesregierung, darauf hinarbeiten, dass der Fall in die Zuständigkeit der deutschen Justiz übergeht. In der «Frankfurter Rundschau» sagte der Strafrechtler Ulrich Sommer, es sei anzustreben, «dass die für Marco zuständige deutsche Staatsanwaltschaft die Ermittlungen an sich zieht und den Fall hier verhandelt». Die Türken könnten dann gebeten werden, ihr Verfahren einzustellen. Sollte sich ein Urteil in der Türkei dennoch nicht verhindern lassen, könne sich die Regierung auch danach noch um die Überstellung Marcos bemühen, sagte Sommer. (nz/dpa)

 
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