Dresdner Elbtal vorerst weiter Weltkulturerbe
Der Bürgerentscheid für die Brücke sei eindeutig gewesen. «Im Grunde genommen haben wir jetzt nur einen neuen Termin», sagte Mücke. «Es bleibt beim Ultimatum.» Auch mit neuen Alternativvorschlägen wäre Dresden «nicht aus dem Schneider». Die UN-Organisation für Erziehung und Kultur (Unesco) hatte der 20 Kilometer langen Flusslandschaft den Titel «Welterbe» 2004 zuerkannt.
Im vergangenen Jahr setzte es die Region aber wegen des Brückenbauplans auf die Liste der «gefährdeten Stätten». Sorge ist, dass das Bauwerk die Landschaft verschandelt. Eine Streichung wäre ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der Unesco gewesen.
Schließlich bleibe dadurch der «einzigartige Charakter» des Areals als Voraussetzung für eine Einstufung als Welterbe erhalten. Wenn allerdings der eigentliche Bau der Brücke beginne, «fliegt Dresden von der Liste», sagte er. Die meisten Komitee-Mitglieder sprachen sich nach Angaben des Dresdner Architektur-Professors Ralf Weber für einen Tunnel statt der Brücke aus.
«Fast jedes delegierte Land hat in seinem Wortbeitrag einen Tunnel als präferierte Lösung bezeichnet», sagte Weber der dpa in Christchurch. Ein Tunnel sei eine Lösung sowohl im Sinne des Bürgerentscheids als auch der Vorgaben der Unesco.
Deren Direktor Francesco Bandarin hatte noch kurz vor der Entscheidung Unverständnis für den geplanten Brückenbau signalisiert. Mit dem 2004 verliehenen Welterbe-Titel sei Dresden eine moralische, politische und rechtliche Verpflichtung eingegangen, dieses Erbe zu bewahren, sagte er dem MDR-Sachsenspiegel. (dpa)

