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Marcos Eltern appellieren an die Türkei

24. Jun 2007 17:13
Türkische Fahnen
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Seit zehn Wochen ist ein 17 Jahre alter Schüler aus Uelzen in der Türkei inhaftiert - wegen eines Urlaubsflirts. Die Bundesregierung fordert seine Freilassung, und auch die Eltern machen Druck.

Die Eltern des in der Türkei in Haft sitzenden 17-jährigen Schülers Marco W. haben an die türkische Justiz appelliert, ihren Sohn freizulassen. «Marco ist noch ein Kind. Er befindet sich nach zehn Wochen im Gefängnis in einem körperlich und psychisch sehr schlechten Zustand», sagte der Anwalt der Familie, Jürgen Schmidt, am Sonntag bei einer Pressekonferenz im niedersächsischen Uelzen, wo die Familie wohnt.

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Im Namen der Familie dankte er der Bundesregierung und SPD-Fraktionschef Peter Struck für Bemühungen, ihren Sohn frei zu bekommen. Der Anwalt erklärte, Marcos Eltern fühlten sich nicht in der Lage, Fragen zum Zustand ihres Sohnes zu beantworten. Das Ehepaar hoffe jetzt auf ein faires Verfahren und eine baldige Freilassung ihres Sohnes. «Für sie ist es fast nicht zu verkraften, ihren Sohn in der Türkei praktisch allein lassen zu müssen, bei einem nur zehnminütigen Gespräch pro Woche, getrennt von einer Scheibe», sagte Schmidt. Beim letzten Besuch sei Marco weinend von zwei Uniformierten und Schwerbewaffneten abgeführt worden und habe sich Hilfe suchend nach seinem Vater umgeblickt.

Marco W. wurde wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern festgenommen und sitzt seit mehr als zehn Wochen in einem Gefängnis in Antalya. Ihm drohen bis zu acht Jahre Haft. «Marco fühlt sich völlig unschuldig und weiß nicht, wie ihm geschieht», erklärte der Anwalt.

Der Junge war zusammen mit seinen Eltern im Osterurlaub in der Türkei, wo er sich in die 13-jährige Engländerin Charlotte M. verliebte und mit ihr Zärtlichkeiten austauschte. Dies sei in beiderseitigem Einverständnis geschehen, versicherten beide. Das Mädchen soll sich dem Jungen aber als 15-Jährige ausgegeben haben. Die Mutter des Mädchens hatte Anzeige erstattet.

Die Eltern von Marco W. dankten allen, die sich an der Spendenaktion für den Jungen beteiligten. In den vergangenen Wochen seien sie abwechselnd in die Türkei gereist, um sich für die Freilassung ihres Sohnes einzusetzen. Jeder Flug und jeder Tag, den die Eltern nicht arbeiten könnten, koste viel Geld, hieß es auf der Pressekonferenz. Die Spendenaktion sei für die Familie deshalb sehr bedeutsam. (AP)

 
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