24. Jun 2007 12:02
Niedersachsens Ministerpräsident Wulff hat Rockstar Grönemeyer aufgefordert, Verantwortung in der Politik zu übernehmen. Er würde sich dafür einsetzen, dass es der Musiker in den Bundestag schafft.
Ihn interessiere, ob Grönemeyer bereit wäre, Verantwortung in der Politik zu übernehmen. Der Sänger, der sich für Afrika engagiert und beim G8-Gipfel in Heiligendamm das Konzert «Deine Stimme gegen Armut» organisiert hatte, hat sich in diesem Zusammenhang abschätzig über Politiker geäußert. So hatte er gesagt, er rede grundsätzlich nicht mit Politikern, die sich nur mit ihm schmücken wollten, und finde, dass Politiker und Popmusik nicht zusammen passten. In einem TV-Interview zum Gipfel in Heiligendamm hatte er unter anderem gesagt, er traue Politikern nicht und würde sich zwar freuen, wäre aber auch verwundert, wenn Kanzlerin Angela Merkel zu ihren Versprechen stehe.Wulff sagte, da Grönemeyer in Göttingen geboren sei, könne die niedersächsische CDU ihm zu einem aussichtsreichen Listenplatz verhelfen. Der Sänger müsse seinen pauschalen Vorwurf zurücknehmen. «Politikverachtung ist eine Gefahr für unser Land», sagte der Ministerpräsident. Er halte Grönemeyer für einen großartigen Musiker und eine glaubwürdige Persönlichkeit. «Aber ich bin geschockt und empört, wie er während Heiligendamm seine Vorbildfunktion zum Schaden der Demokratie eingesetzt hat.»
Wer demokratisch gewählte Politiker pauschal beschimpfe, spiele letztlich Diktatoren in die Hände, betonte Wulff. «Denn er weckt die Sehnsucht nach dem einen Starken, der die Wahrheit sagt und die Dinge richtete.» (AP)