Sachsen-Affäre bringt Regierung in Bedrängnis
22.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die Linksfraktion verlangte am Freitag erneut den Rücktritt des Innenministers, weil beim Verfassungsschutz Kopien von Strafakten vernichtet wurden und Originale wegen abgelaufener Fristen zur Aufbewahrung zum Teil nicht mehr vorhanden sind. Details wurden erst jetzt bekannt: Die Akten wurden ohne schriftliche Anweisung und Beleg während einer laufenden Kontrolle der Parlamentarischen Kontrollkommission vernichtet. Das sei der Beweis, «dass es im Verfassungsschutz drunter und drüber geht - völlig unbehelligt von einer Dienstaufsicht des Innenministeriums», so die FDP.
Laut Buttolo wird die Aufklärung von Korruptionsvorwürfen nicht an fehlenden Strafakten oder deren Kopien scheitern. Auch der Dresdner Oberstaatsanwalt Christian Avenarius sagte, die Ermittlungen seien durch fehlende Akten nicht beeinträchtigt. Verfassungsschutz- Vizepräsident Olaf Vahrenhold versicherte, im April seien nur Kopien von Strafakten geschreddert worden. Die Staatskanzlei lehnte jeglichen Kommentar zur Affäre und deren Aufarbeitung ab. Milbradt stehe hinter seinem Innenminister, hieß es lediglich. (dpa)

