Akgün sieht in dieser Frage die CDU im Volk isoliert. Die Partei gehe fehl in der Annahme, nur weil «Islam-Bashing in Mode ist, würde es auch von der Bevölkerung goutiert». Ihre Erfahrung sei, dass die Menschen eher eine «gerechte Behandlung» des Islam erwarteten.Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, stellte sich gegen die Position Lehmanns und der CDU. «Der Kardinal irrt, wenn er aus der der unzweifelhaft christlichen Prägung Europas beziehungsweise Deutschlands die rechtliche Diskriminierung anderer Religionsgemeinschaften schlussfolgert», sagte Beck. Die rechtliche Gleichstellung des Islam sei letztlich ein Gebot des Grundgesetzes.
Auch die Protestanten sehen die Gleichstellungsfrage seit langem anders als die Katholische Kirche. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, befürworteten schon 2006 eine rechtliche Gleichstellung muslimischer Glaubensgemeinschaften mit den Kirchen. «Auch als Kirchen müssen wir ein Interesse daran haben, dass die Moslems in einer Weise bei uns vertreten sind, die eine Integration auch unter religions- und staatskirchenrechtlichen Bedingungen möglich macht.»