Verteidigungsminister Jung rechtfertigte dagegen den umstrittenen Einsatz von tief fliegenden Luftwaffen-Tornados. Der Tiefflug über die Köpfe von Demonstranten hinweg «war keine Provokation, sondern die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern hat uns um Amtshilfe gebeten», sagte er der in Hannover erscheinenden «Neuen Presse».«Nach derzeitigem Stand hat es die Witterungslage offenbar erforderlich gemacht, im Sichtflug zu fliegen. Deshalb sind die Maschinen an diesem Tag unterhalb der Wolkendecke geflogen», sagte Jung der Zeitung. Die SPD-Bundestagsfraktion hat eine lückenlose Aufklärung des Einsatzes gefordert. Das Ministerium informierte am Mittwoch sowohl den Innen- als auch den Verteidigungsausschuss des Bundestags über die Vorgänge.
Ob gegen den Piloten des zu tief geflogen Tornados ein Disziplinverfahren eröffnet werde, sei von den laufenden Untersuchungen abhängig, sagte der Sprecher. Es gebe gegenwärtig auch keine Erkenntnisse, dass er bei seinem Tiefflug über dem Camp den besonders lauten so genannten Nachbrenner eingeschaltet habe. Mit dem Nachbrenner erhält das Flugzeug - beispielsweise beim Durchstarten - zusätzlichen Schub. (nz/dpa)