20. Jun 2007 11:59
Wegen versuchten vielfachen Mordes muss sich der Libanese Haijib vor Gericht verantworten - er gilt als Kofferbomber von Köln. Die Anklage lautet allerdings nicht auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.
Der als Komplize verdächtigte Jihad Hamad ist wegen der Tat im Libanon angeklagt. Die Bundesanwaltschaft reichte ihre Klage bereits vergangene Woche, am 11. Juni, beim Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf ein. Wegen versuchten vielfachen Mordes muss sich der Libanese Youssef al-Haijib voraussichtlich vor diesem Gericht verantworten. Die am Mittwoch in Karlsruhe bekannt gegebene Anklage lautet allerdings nicht auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Nun muss das OLG über die Zulassung der Anklage entscheiden.
Nach Erkenntnissen der Ankläger hat der 22-Jährige zusammen mit dem im Libanon angeklagten Hamad am 31. Juli 2006 am Hauptbahnhof in Köln zwei Koffertrolleys mit Sprengsätzen in den Zügen deponiert, die mit Zeitzündern zur Detonation gebracht werden sollten. Eine Detonation hätte demnach in beiden Fällen zu einer erheblichen Druckwelle geführt. In den «Bombentrolleys» beiliegende Brandbeschleuniger hätten außerdem einen Feuerball auslösen können.
Als Motiv nannte die Bundesanwaltschaft Vergeltung für die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed in mehreren Zeitungen. El Hajdib befindet sich seit August 2006 in Untersuchungshaft. (AP)